Lufthansa geht leer aus
Privatisierung der AUA verschoben

Die Privatisierung der in Bedrängnis geratenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines ist vorläufig gescheitert. Damit geht die Deutsche Lufthansa, die bis zuletzt als Bieter im Rennen war, leer aus.

HB DÜSSELDORF. Die Entscheidung über den Verkauf der in Bedrängnis geratenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) ist um zwei Monate verschoben worden. Der zunächst bis zum 28. Oktober befristete Privatisierungsauftrag an die für den AUA- Verkauf zuständige österreichische Staatsholding ÖIAG wurde bis Ende Dezember verlängert, wie das Finanzministerium in Wien am Montag mitteilte.

Zunächst solle ein „Maßnahmenpaket“ zur Stabilisierung der ins Trudeln geratenen Gesellschaft ausgearbeitet werden. Der Kurs der AUA-Aktie stürzte nach Bekanntwerden der Verschiebung bis zum Mittag um 8,4 Prozent ab. Die deutsche Lufthansa kündigte am Montag jedoch an, sie werde ihr Übernahme-Angebot, das sie in der vergangenen Woche vorgelegt hatte, bis zum Jahresende aufrechterhalten.

Der Chef der ÖIAG, Peter Michaelis, sagte am Montag, der Staatsholding lägen Übernahmeangebote der Lufthansa sowie der russischen S7-Fluglinie vor. Air France/KLM war in der vergangenen Woche aus dem Wettbewerb ausgestiegen. Michaelis wies in diesem Zusammenhang Vorwürfe zurück, die ÖIAG habe die Lufthansa in dem Verfahren bevorzugt. „Mit allen Bietern wurde gleich umgegangen“, betonte der ÖIAG-Chef, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der AUA ist.

Michaelis kündigte nach einer Sitzung des Aufsichtsrats an, es werde keinen neuen Bieterprozess für die Übernahme der AUA geben. Das Verfahren werde „nicht neu aufgerollt“. Die Holding, die rund 42,75 Prozent der Anteile des Staats an der AUA verwaltet, habe die Entscheidung über den Verkauf verschieben müssen, weil in einem der ÖIAG vorliegenden Angebot Forderungen enthalten seien, über die die Holding allein nicht entscheiden konnte. Dabei geht es vermutlich um die Übernahme eines Teils der hohen Schulden der Gesellschaft durch den Staat. Ein solcher Zuschuss müsste auch von der EU abgesegnet werden.

Presseberichten zufolge hat Lufthansa für den Staatsanteil an der AUA einen symbolischen Preis von 1 Euro geboten und ist lediglich bereit, einen kleineren Anteil an den Schulden der AUA in Höhe von 900 Millionen Euro zu übernehmen. Außerdem wolle die Fluglinie keine „Standortgarantie“ für die AUA geben. Ziel der Lufthansa ist nach Angaben der österreichischen Übernahmekommission eine vollständige Übernahme.

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