Lufthansa-Halbjahreszahlen
Unter den Wolken

Trotz Streiks und großer Konkurrenz: Die Lufthansa hat in den ersten sechs Monaten des Jahres den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Finanzchefin Simone Menne ist trotzdem nicht zufrieden.
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FrankfurtDer Pilotenstreik und ein Preiskampf im Passagiergeschäft haben der Lufthansa im zweiten Quartal einen überraschend starken Gewinnrückgang eingebrockt. Mit 359 Millionen Euro fiel das operative Ergebnis um 17 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor, wie Europas größte Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte.

Nur dank der Verbesserungen aus dem ersten Jahresviertel stieg der operative Gewinn in der ersten Jahreshälfte um 56 Prozent auf 114 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 171 Millionen Euro gerechnet. Der Nettoverlust verringerte sich im ersten Halbjahr um 61 Prozent auf 79 Millionen Euro.

„Das zweite Quartal war überhaupt nicht zufriedenstellend“, sagte Finanzchefin Simone Menne. Die Lufthansa müsse in der wichtigen Sommersaison einiges aufholen.

Im Passagier- und im Frachtgeschäft hätten Überkapazitäten, insbesondere auf Amerika-, Europa- und zuletzt auch auf Asien-Pazifik-Strecken, zu Preisrückgängen geführt. Zudem haben Wertberichtigungen auf ausstehende Geldforderungen in Venezuela sowie der Streik der Piloten im April das Ergebnis mit jeweils 60 Millionen Euro belastet. Nach einem Rückgang der Buchungszahlen als Folge des Ausstands hätten sich die Ticketverkäufe mittlerweile wieder normalisiert.

Der Konzern mit 117.000 Mitarbeitern hält an den Geschäftserwartungen fest: Dieses Jahr wird ein Betriebsergebnis von einer Milliarde Euro erwartet, für 2015 werden zwei Milliarden Euro angepeilt.

Die Lufthansa steckt mitten in einem neuerlichen Umbau, den der neue Vorstandschef Carsten Spohr zuletzt angestoßen hatte. Mit einem auf Europa und möglicherweise die gesamte Welt ausgeweiteten Billigkonzept in der Markenfamilie „Wings“ will Europas größter Luftverkehrskonzern wieder höhere Gewinne einfliegen.

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