Lufthansa-Hauptversammlung
„Eine Airline kann man nicht anhalten“

Die Lufthansa-Hauptversammlung in Hamburg ist kein normales Aktionärstreffen. Die Germanwings-Katastrophe lastet auf dem Unternehmen – aber eint es auch. Vorstandschef Spohr geht einen großen Schritt auf die Piloten zu.
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HamburgSchon vor dem Congress Centrum in Hamburg merkt man: Dies ist kein normales Aktionärstreffen. Die Flaggen an den Masten sind seltsam farblos, grau dominiert, das sonst prägende Lufthansa-Gelb fehlt. Zwei Streifen Trauerflor flattern an jedem Mast über den Fahnen. Der tragische Absturz von Germanwings-Flug 4U9525, er ist auch hier in Hamburg präsent.

Drinnen, im Foyer, ist eine Gedenkecke aufgebaut. 150 weiße Elektro-Kerzen flackern vor einer schwarzen Wand. „Ich bete für die Menschen, die auf diese Art und Weise ihr Leben verlieren mussten“, hat ein Aktionär in das davor liegende Kondolenzbuch eingetragen.

Noch bevor das Aktionärstreffen pünktlich um zehn Uhr beginnt, ruft Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber zu einer Schweigeminute auf: „Niemand auf Erden ist in der Lage, das unsagbare Leid wieder gutzumachen.“ Auch als Lufthansa-Chef Carsten Spohr ans Mikrofon tritt, ist seine Betroffenheit für jeden spür- und sichtbar: „Der Gedanke an dieses Unglück löst immer noch Fassungslosigkeit, Entsetzen und Trauer aus. Verstehen können wir es bis heute nicht.“

Doch bei aller Betroffenheit, die Baustellen von Europas größter Fluggesellschaft können nicht warten. Lufthansa-Chef Spohr weiß das: „Einen Aviation-Konzern, eine Airline, kann man nicht anhalten. Wir müssen und werden weitermachen“, verspricht er. Und setzt seine Worte umgehend in Worte um. „Wir haben heute Morgen der Vereinigung Cockpit eine Gesamtschlichtung zu allen offenen Tarifverträgen angeboten.“

Damit können Management und Pilotengewerkschaft künftig gleichzeitig etwa über die Altersvorsorge und die Pläne für die Billig-Plattform Eurowings sprechen. Die Vereinigung Cockpit hatte genau das in den vergangenen Wochen wieder und wieder gefordert. Die Lufthansa-Spitze hatte das aber abgelehnt, unter anderem mit dem Verweis, dass die Themen nichts miteinander zu tun hätten.

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