Lufthansa-Konkurrent
Alitalia und Jobabbau halbieren Gewinn von Air France-KLM

Operativ läuft es für Air France-KLM gar nicht mal so schlecht. Der Quartalsüberschuss steigt um fast 30 Prozent. Doch die Krise bei der Alitalia, an der die Airline beteiligt ist, schrumpft den Überschuss zusammen.
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ParisHohe Abfindungen und die Schieflage von Alitalia haben der Fluggesellschaft Air France-KLM im Sommer einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Während das operative Geschäft im dritten Quartal mehr Gewinn abwarf, ging der Überschuss infolge der Sonderbelastungen um 51 Prozent auf 144 Millionen Euro zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Paris mitteilte. Das eingeleitete Sparprogramm zeigte allerdings Wirkung: So verbesserte sich der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent auf 634 Millionen Euro.

Für das kommende Jahr zeigte sich das Management dennoch pessimistischer als bislang. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll mit 2,5 Milliarden Euro lediglich das untere Ende der bislang angepeilten Spanne erreichen. Auf der Mittelstrecke und im Frachtgeschäft erwartet das Management entgegen bisheriger Pläne erneut rote Zahlen.

Air France-KLM streicht wegen anhaltender Verluste im Fluggeschäft tausende Arbeitsplätze. Das kostet zunächst einmal Geld. Die Gesellschaft leidet vor allem unter dem harten Wettbewerb in Europa, wo Billigflieger den klassischen Fluglinien Geschäft abnehmen. Anders als die Lufthansa macht Air France-KLM auch noch keine Erholung im Frachtgeschäft aus. Es werde dort im nächsten Jahr zwar eine „signifikante Reduzierung“ der Verluste geben. Allerdings werde die Gewinnschwelle - anders als zunächst vorhergesagt - noch nicht erreicht. Lufthansa macht dagegen für das vierte Quartal erste Erholungstendenzen im Frachtgeschäft aus.

Die Stärke des Euro bremste das Umsatzwachstum bei Air France-KLM nahezu aus: Die Erlöse stiegen im Sommerquartal lediglich um 0,4 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Unter dem Strich schlug die Krise der italienischen Fluggesellschaft Alitalia durch, an der Air France-KLM mit einem Viertel beteiligt ist. Air France-KLM hat eine Abschreibung auf den Wert der Beteiligung vorgenommen. Nach der von Alitalia beschlossenen Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro sei der Anteil von derzeit 25 Prozent wertberichtigt worden. Im dritten Quartal sei eine Abschreibung über 119 Millionen Euro getätigt worden.

Das Unternehmen erwägt, sich an der Kapitalerhöhung bei Alitalia nicht zu beteiligen. Dadurch würde der Anteil der Franzosen von 25 auf elf Prozent sinken. Welchen Kurs Air France letztlich bei Alitalia einschlägt, ist noch unklar. Konzernchef Alexandre de Juniac hatte sich vergangene Woche grundsätzlich auch offen für eine Fusion gezeigt, dies aber an einen radikaleren Umbau von Alitalia geknüpft. Die Gesellschaft ächzt unter einem Schuldenberg von einer Milliarde Euro und fliegt täglich fast 700.000 Euro Verlust ein. Das Unternehmen erwirtschaftete seit 2002 keinen Gewinn mehr.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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