Lufthansa-Konkurrent spart
Air Berlin schafft Check-In-Automaten ab

Vor wenigen Wochen hat Air Berlin wieder einmal eine neue Strategie präsentiert. Die schwer gebeutelte Airline will wieder wachsen. Doch jetzt wird beim Check-In gespart. Welche Folgen das für Passagiere hat.

DüsseldorfIm Terminal gehören sie längst zur gewohnten Ausstattung wie die Schalter dahinter: Lange Reihen von Check-In-Automaten. Doch Passagiere von Air Berlin müssen nun umdenken. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft schafft die Automaten, an denen sich die Fluggäste am Flughafen ihre Bordkarten ausdrucken können, wieder ab.

Es gebe einfach zu wenige Passagiere, die die Möglichkeit heute noch nutzten, begründet Air Berlin die Entscheidung gegenüber dem Reisemagazin „FVW“, über die auch der „Aerotelegraph“ berichtet. Das Nutzungsverhalten hat sich den vergangenen Jahren gewandelt. Immer mehr Fluggäste checken online oder mobil ein. Dabei wird die Bordkarte schon vor Anreise zum Flughafen ausgedruckt oder digital auf dem Smartphone angezeigt.

Für alle digital noch nicht so sattelfesten Passagiere bietet Air Berlin die Möglichkeit, ihre Bordkarte direkt am Schalter zu bekommen. Im Gegensatz zu manchen Billigfliegern ist der Check-In am Schalter aber weiter kostenlos. Man erwarte aber nicht, dass es dort nun zu längeren Wartezeiten komme, hieß es von Air Berlin.

Mit der Entscheidung gegen die Check-In-Automaten will der Lufthansa-Konkurrent vor allem eins: Geld sparen. Denn Air Berlin muss die Automaten warten und auf Flughäfen teilweise Gebühren für die Aufstellung bezahlen. Bis Jahresende sollen nun laut Aerotelegraph alle 35 Automaten abgebaut werden. Auf Geräten, die den Service für mehrere Airlines betreiben, wird die Check-In-Funktion für Air Berlin deaktiviert.

Die Fluggesellschaft steht wirtschaftlich am Abgrund. Bis Ende September flog Air Berlin einen Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern von 94,3 Millionen Euro ein, netto lag das Minus sogar bei 191,4 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Gesellschaft ist seit zwei Jahren aufgezehrt, die Nettoverschuldung lag Ende September bei 787 Millionen Euro.

Im November hatte Vorstandschef Stefan Pichler eine neue Strategie vorgestellt. Air Berlin will demnach wieder wachsen – vor allem auf der Langstrecke und über die beiden Drehkreuze in Düsseldorf und Berlin. So sollen ab dem kommenden Sommerflugplan neue Ziele wie Dallas, Boston und San Francisco sowie Havanna auf Kuba angeflogen werden.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
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