Lufthansa-Piloten vor dem Ausstand
Der Streik der Privilegierten

70 000 Euro Einstiegsgehalt, und am Ende der Karriere gern das Dreifache - dennoch wollen die Lufthansa-Piloten streiken. Sie fordern damit den neuen Lufthansa-Chef Spohr heraus. Der Machtkampf spitzt sich zu.
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DüsseldorfZwei Jahre schwelt der Streit, nun ist es beschlossen: Die Piloten der Lufthansa streiken, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag mit. Wann und wie lange die Arbeit niedergelegt wird, steht noch nicht fest. Die Osterferien wolle man aber verschonen, betonen die Verhandlungsführer.

Die Piloten scheinen entschlossen, der größten deutschen Fluggesellschaft die Stirn zu bieten. 97,2 Prozent der rund 5400 Piloten für den Arbeitskampf gestimmt. Tatsächlich gehört die verhältnismäßig kleine Spartengewerkschaft zu den bestorganisierten des Landes – ihre Mitglieder sind gut bezahlt und die Streikkassen gefüllt. Der Arbeitskampf könnte daher mit aller Härte geführt werden. Nicht umsonst setzt die Lufthansa auf Diplomatie: „Wir sind davon überzeugt, dass in Bezug auf die Themenkomplexe Versorgung und Vergütung weiterhin eine Einigung erzielt werden kann“, teilte ein Sprecher nach der Streikankündigung mit.

Der Streik kommt für die Lufthansa zur Unzeit. Am 1. Mai übernimmt Carsten Spohr den Chefsessel bei der Lufthansa. Auch er ist Pilot – und muss sich trotzdem mit seinem fliegenden Personal anlegen. Sein Vorgänger Christoph Franz hat ihm einen Konzern hinterlassen, der einer Baustelle gleicht. Das Europageschäft wird gerade auf den Billigflieger Germanwings übertragen, die Langstreckenflotte der Lufthansa soll modernisiert und ausgebaut modernisiert. Zusätzlich belasten steigende Treibstoffkosten und Steuern wie die Luftverkehrsabgabe die Bilanz.

Der Gewinn war zuletzt durch den Umbau der Airline, mit dem man den arabischen Konkurrenten Etihad und Emirates, sowie den Billigfliegern die Stirn bieten will, um drei Viertel auf 313 Millionen Euro eingebrochen. Spohr muss darum die Kosten im Blick behalten und auch die Piloten in die Pflicht nehmen. Während Bodenpersonal, Crew und Verwaltungsangestellte beim Lufthansa-Sparprogramm Score tiefe Einschnitte hinnehmen mussten, wurden die Piloten bisher größtenteils geschont.

Wie groß die Kosten für den Streit zwischen Piloten und Lufthansa ausfallen, lässt sich derzeit kaum beziffern und hängt vor allem von der Dauer ab. Der Streik der Flugbegleiter im Sommer 2012, bei dem etwa 1000 Flüge ausfielen und 100.000 Passagiere am Boden bleiben mussten, schlug mit etwa 30 Millionen Euro zu Buche.

Noch größer dürfte allerdings der immaterielle Schaden für die Lufthansa sein. Neun Streiks und Warnstreiks haben den Flugverkehr der Lufthansa seit März 2012 lahmgelegt. Ein Umstand, der einige Kunden dazu bringen könnte, auf eine andere Airline umzusteigen. Damit hätten sich auch die Piloten keinen Gefallen getan. Nicht umsonst will man Streiks 48 Stunden vorher ankündigen.

Der ganz große Streik dürfte daher ausbleiben - vielmehr geht es um eine Machtdemonstration. Beim ersten Konflikt kam es im Mai 2001 zu einem mehrtägigen Arbeitskampf, an dessen Ende der erste Tarifvertrag für die Pilotenvertretung stand. Seitdem haben die Piloten bei der Lufthansa-Mutter genau einen weiteren Tag gestreikt, am 22. Februar 2010. Der damals auf vier Tage ausgerufene Ausstand wurde jedoch schon nach einem Tag abgebrochen, als sich beide Seiten vor dem Arbeitsgericht Frankfurt auf neue Verhandlungen einigten.

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Lufthansa stellt Privilegien infrage

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  • Lufthansapiloten sind doch wie Busfahrer. Immer hin und her und das in einem Verkehrmittel, das wahrscheinlich viel sicherer ist, als ein Bus. Große Verantwortung haben beide für Menschen. Was verdient ein Busfahrer mit 59???? Bestimmt keine Euro 260.000. Die Piloten sollten sich einmal an "Marktpreise" gewöhnen.

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