Lufthansa-Programm: Vielflieger vor Niederlage im Bonusmeilen-Streit

Lufthansa-Programm
Vielflieger vor Niederlage im Bonusmeilen-Streit

Die endgültige Entscheidung soll im Januar verkündet werden, doch die Lufthansa scheint sich schon freuen zu können. Änderungen am Vielflieger-Programm für treue Kunden geschahen wohl im Einklang mit geltendem Recht.
  • 6

Im Rechtsstreit um Bonusmeilen der Lufthansa zeichnet sich eine Niederlage des klagenden Vielfliegers ab. Vor dem Landgericht Köln hatte sich der Hamburger Informatik-Professor zwar mit seiner Klage gegen die Abwertung seiner Meilen durchgesetzt, doch das Oberlandesgericht Köln machte am Dienstag deutlich, dass es der Berufung der Lufthansa stattgeben wird. Gleichzeitig neige das Gericht dazu, Revision zum Bundesgerichtshof zuzulassen, damit dort eine „endgültige Klärung“ erfolgen könne, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Zingsheim.

Die endgültige Entscheidung wird am 8. Januar verkündet, doch nach den deutlichen Worten Zingsheims besteht kaum Zweifel, dass sich die Lufthansa diesmal durchsetzen wird. Der Kläger Tobias Eggendorfer zeigte sich enttäuscht: „Ich kann der Rechtsauffassung nicht ganz folgen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Er sei entschlossen, den Fall bis vor den Bundesgerichtshof zu bringen.

Die Lufthansa hatte Anfang 2011 die Prämienbedingungen verändert, sodass seitdem durchschnittlich 15 bis 20 Prozent mehr Meilen für das Eintauschen in interkontinentale Flüge erforderlich sind. Das Kölner Landgericht hatte im März im Sinne Eggendorfers entschieden, dass die Fluggesellschaft das Meilenkonto ihres besonders treuen Kunden nicht derart hätte abwerten dürfen, vor allem nicht mit einem Vorlauf von bloß einem Monat.

Das Oberlandesgericht sieht dies jedoch anders. Man dürfe den Fall dieses einen Vielfliegers nicht isoliert betrachten, sondern müsse sich ansehen, was die Umstellung des Meilensystems für den durchschnittlichen Kunden bedeute. „Es gibt bestimmte Bereiche, wo es teurer wird, es gibt andere Bereiche, wo es billiger wird“, sagte Zingsheim. Dass die Umstellung schon einen Monat nach der Ankündigung in Kraft trat, hält das Gericht auch nicht für problematisch.

Eine außergerichtliche Einigung wurde von der Lufthansa am Dienstag abgelehnt, da man ein Grundsatzurteil mit entsprechender Rechtssicherheit wolle. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Vorstellungen Miles & More auseinanderliegen“, scherzte Zingsheim in Anspielung auf den Namen des Meilenprogramms.

Eggendorfer ist der Auffassung, dass durch die Änderung der Prämienbedingungen sein Meilenkonto auf einen Schlag um 30 bis 40 Prozent herabgestuft worden ist. Das sei rechtswidrig. Die Lufthansa betont, dass sie berechtigt sei, die Teilnahmebedingungen von Zeit zu Zeit zu ändern.

 

Kommentare zu " Lufthansa-Programm: Vielflieger vor Niederlage im Bonusmeilen-Streit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das Vorgehen der Lufthansa bei der Meilenentwertung mag vielleicht schlau gewesen sein - klug war es mit Sicherheit nicht.

    Ein nachhaltig verärgerter Kunde wird auch dann abwandern,
    wenn das Gras auf der anderen Seite nicht grüner ist.
    Und wer die alten Kunden verprellt hat, der muss dann eben mit hohem Werbeaufwand und Kampfpreisen veruchen, neue zu gewinnen.


  • Meilen sammeln ist offenbar auch zur Glücksache geworden. Nachdem meine Meilen nicht auf dem Konto erschienen, sandte ich die Bordkarte ein und wollte ein nachträgliche Gutschrift. Diese erfolgte nicht. Stattdessen erschien "Name nicht auf der Passagierliste" auf dem Kontoauszug. Ein Protest meinerseits blieb unbeantwortet. Behauptet Lufthansa also, ich sei als blinder Passagier geflogen? Ich habe jedenfalls meine Hunderttausenden von Prämienmeilen vorsorglich eingelöst bevor sie nichts mehr Wert sind.


  • Herr Ch. Franz hat es immerhalb kürzester Zeit geschafft, seine treuesten und zahlungskräftigsten Kunden total zu verärgern. Viele haben bereits der LH den Rücken gekehrt.

    Neben der Meilenentwertung. täuscht die LH auch Kunden, die Miles Award Tickets erwerben wollen. Während man früher seine Meilen u.a. gegen Freiflüge eintauschen konnte, hat Herr Franz still und vor allen Dingen heimlich dem Erwerb von Award Tickets in der First-Class (teils auch in der Business-Class) unterbunden. Es wird dabei getäuscht und getrickst. Der Kunde kann diese Tichet nicht mehr Online buchen. Eine telefonische Reservierung über Miles & More wird (wider besseres Wissen der dortigen Mitarbeiter) zum Schein entgegengenommen, auf Warteliste gesetzt und nach 8 Tagen wieder gelöscht.

    Als LH-Senator von Anbeginn an fühle ich mich auch durch diese Massnahme von Herrn Franz betrogen.

    Wann erkennen die Herren Weber (den ich persönlich sehr schätze) sowie Mayrhuber endlich, dass der "Quereinsteiger" Herr Franz die ehemaligen "Premuim-Airline" in den Abgrund führt.

    Herr Franz ist schon bei der Deutschen Bahn gescheitert; Herr Mehdorn hat damals das einzig Richtige gemacht und diesen Mann rausgeschmissen.

    Schickt Herrn Franz als Sanierer zu Opel! Dann ist GM das dortige Problem los.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%