Lufthansa schließt finanzielles Engagement bei Aua aus
Austrian Airlines rechnet mit weniger Wachstum

Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (Aua) tritt nach ihren enttäuschenden Quartalszahlen auf die Bremse: „Statt zehn Prozent streben wir nur noch fünf Prozent Wachstum an“, sagte Aua-Chef Vagn Sörensen dem Handelsblatt. Deswegen müssten neue Flugzeuge möglicherweise langsamer als bisher geplant in Betrieb genommen werden.

HB WIEN. „Wir haben seit dem letzten Quartal 2004 einen Knick in unserer Bilanz. Auch das erste Quartal 2005 war trotz besserer Zahlen im März nicht mehr zu retten“, räumte Sörensen ein und verwies auf „enorme Überkapazitäten im Markt“. Die Konsolidierung in der Branche habe schon eingesetzt: "Siehe Swiss, siehe KLM.“

Die Österreicher hatten in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen operativen Verlust von 73,6 Millionen Euro eingeflogen - nach einem Minus von 40,7 Millionen in der Vorjahresperiode. Wegen anhaltend hoher Treibstoffkosten und der Konkurrenz der Billigflieger hat die Aua auch mit Blick auf das ganze Jahr erklärt, voraussichtlich einen Verlust zu erwirtschaften. „Ich halte es derzeit für unwahrscheinlich, dass sich die Rahmenbedingungen - insbesondere der hohe Ölpreis - dieses Jahr noch bessern“, sagte Sörensen jetzt. Auf Hilfe von der Lufthansa kann die Aua als Star-Alliance-Mitglied nicht hoffen. Im Gegenteil: Die Lufthansa verstärkt ihre Angebote im Kern-Zielgebiet der Aua im kommenden Monat. Ein finanzielles Engagement bei der Aua schloss eine Lufthansa-Sprecherin aus. "Die machen ihr eigenes Geschäft", stellt Sörensen fest.

Neben einer gebremsten Wachstumsstrategie verordnet Sörensen dem Unternehmen eine Qualitätsoffensive und weitere Einsparungen. „Ich strebe 83 Prozent pünktliche Flieger in diesem Jahr und 88 Prozent im nächsten Jahr an. Damit lägen wir bei den Netzwerkgesellschaften wieder im europäischen Spitzenfeld“, sagte er zum Thema mehr Qualität. Auch beim Sparen hat er Möglichkeiten gefunden: Die Flugpläne sollen besser aufeinander abgestimmt werden. Die Kommissionen für Reisebüros sollen vom nächsten Jahr an gestrichen werden. Mit mehr Marketing und einem verbesserten Online-Angebot will er darüber hinaus den Verkauf ankurbeln.

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