Lufthansa-Sparprogramm
Auslagerung der IT an IBM soll Millionen einsparen

Der Konkurrenzkampf in der zivilen Luftfahrt setzt der Lufthansa zu. Um Geld zu sparen, will die Airline nun ihre IT-Infrastruktur auslagern. Damit soll jedes Jahr ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden.
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FrankfurtDie Lufthansa will ihre Rechenzentren an IBM verkaufen und ihre IT-Sparte Lufthansa Systems auflösen. Die Rechenzentren mit derzeit rund 1400 Mitarbeitern würden künftig von dem IT-Konzern aus den USA betrieben, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Die übrigen 2800 Mitarbeiter der Lufthansa Systems AG sollen künftig in zwei eigenständigen Unternehmen innerhalb des Konzerns ihre Aufgaben erfüllen.

Die Aussicht auf die Einsparungen trieb die Aktien der Lufthansa am Mittwoch an. Die Papiere legten bis zu drei Prozent auf 12,43 Euro zu und waren zeitweise größter Gewinner im Leitindex Dax.

Für die Rechenzentren will die Lufthansa mit IBM einen Service-Vertrag über sieben Jahre schließen und damit jährlich im Schnitt rund 70 Millionen Euro einsparen. „Die Zusammenarbeit mit einem global agierenden und erfolgreichen IT-Konzern wie IBM stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Konzernunternehmen sowie der Lufthansa Group insgesamt“, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne, die auch dem Aufsichtsrat der Lufthansa Systems AG vorsitzt. Das werde die Kosten unmittelbar senken und den Zugriff auf neueste IT-Technologien sichern.

Nach dem aktuellem Verhandlungsstand wolle IBM alle rund 1400 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur übernehmen. Die Standorte Kelsterbach und Budapest sollen erhalten bleiben. Zudem habe IBM zugesagt, auch alle anderen Arbeitsplätze an den übrigen Standorten zu erhalten.

Analysten äußerten sich lobend. Die dadurch erreichte jährliche Kostensenkung von 70 Millionen Euro sei positiv und der Einmalaufwand von rund 240 Millionen Euro akzeptabel, urteilte Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher. Der Einmalaufwand werde noch 2014 verbucht, jedoch nicht im operativen Ergebnis, das für die Jahresprognose maßgeblich sei, betonte Dirk Schlamp von der DZ Bank. „Die Partnerschaft ist ein wichtiges Element in der Neuausrichtung der Konzern-IT“, ergänzte er.

Den Verkauf der Sparte will die Lufthansa Ende März 2015 abschließen. Der Aufsichtsrat muss dem Plan noch zustimmen.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auslagerung der IT an ein amerikanisches Unternehmen heißt Auslieferung des Unternehmens an die NSA.

    Aber unsere BWL-Erbsenzähler, die in unserer Wirtschaft permanent mehr Sand ins Getriebe streuen als ein 10-wöchiger Streik, können das nicht verstehen.

  • Das Problem sind die Luxus Piloten, nicht die IT (die übrigens ganz gut ist).

    Oft zeigt sich bei solchen Auslagerungen, dass dadurch Schwerfälligkeit entsteht und es deutlich höhere Reibungskosten gibt. Ohne dass ich die Details kenne würde ich vermuten, dass von den angekündigten 70 Mio Ersparnis am Ende vielleicht 10-20 Mios netto bleiben.

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