Lufthansa stoppt Abu-Dhabi-Flüge
Etihad gewinnt

Die arabische Konkurrenz macht der Lufthansa zu schaffen. So sehr, dass die deutsche Fluggesellschaft nun ihre Verbindungen nach Abu Dhabi streicht. Hinter der Entscheidung steckt ein Vorwurf mit politischer Brisanz.
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DüsseldorfDie Lufthansa zieht Konsequenzen aus dem Wettbewerb mit arabischen Fluggesellschaften. Zum Sommerflugplan werde die größte deutsche Fluggesellschaft die Verbindung von Frankfurt nach Abu Dhabi einstellen, wie das Handelsblatt (Freitagausgabe) aus Regierungskreisen erfuhr.

„Etihad fliegt inzwischen mit seinen Tochtergesellschaften wie Air Berlin 49 mal nach Abu Dhabi, die Lufthansa sieben mal – das ist einfach nicht durchzuhalten“, hieß es zur Begründung. Die Verbindung sei nicht mehr wirtschaftlich und werde daher eingestellt. Damit würden auch Arbeitsplätze wegfallen. Zur Begründung wurde der „unfaire“ Wettbewerb mit dem Luftverkehrsstandort der Vereinigten Arabischen Emirate genannt. „Es muss fairen Wettbewerb geben“, hieß es in Kreisen der Lufthansa.

Am Mittwoch hatten sich Flughafen- und Airline-Chefs wie Carsten Spohr von der Lufthansa in Berlin mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) getroffen. Im Anschluss an das Treffen der Initiative Luftverkehr hatte der Minister angekündigt, mit den Vereinigten Arabischen Emiraten über das bilaterale Luftverkehrsabkommen verhandeln zu wollen. Es regelt die Wettbewerbsbedingungen im zwischenstaatlichen Flugverkehr.

In den vergangenen Jahren hatte das Luftfahrtbundesamt der Fluggesellschaft Etihad offenkundig ungerechtfertigt Flugrechte für Gemeinschaftsflüge mit Air Berlin, an der Etihad beteiligt ist, zugesprochen und dies kürzlich untersagt. Lufthansa wirft den arabischen Fluggesellschaften vor, bewusst Flüge in die arabische Region zu verlagern, um die Flughafen-Drehkreuze in Europa zu schwächen.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der 12-Uhr-Ausgabe der Digitalzeitung Handelsblatt Live.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Offensichtlich hat Herr Theo Gantenbein noch nicht bemerkt unter welchen fürchterlichen Arbeitsbedingungen die ausländischen und insbesondere weiblichen Mitarbeiter von Emirates, Etihad & Co arbeiten müssen! Als Frau finde ich so viel Oberflächlichkeit bzw. mangelnde Sensibilität gegenüber den Schicksalen dieser Menschen aus vorwiegend dem asiatischen Raum sehr fragwürdig. Nicht jedes Lächeln und diese unterwürfige Demut ist freiwillig – da fliege ich persönlich doch lieber mit KLM und weiß das das überdurchschnittlich freundliche Personal auch menschenwürdig behandelt wird, von den erstklassigen Piloten der KLM ganz zu schweigen.
    Ferner fördert jeder der mit den Airlines der VAE & Katar fliegt indirekt den internationalen Terror, Ökozid und die politischen Gegebenheiten in diesen Staaten – soweit sollte man schon als aufgeklärter Bürger bei seinen Entscheidungen mitdenken.

    Lufthansa hat aber auch für mich als Vielfliegerin ein echtes Problem, wobei die Schwächen hier ja schon ausgiebig dargestellt wurden. Selbst Air France – früher mit Lufthansa vergleichbar – hat in Bezug auf Kundenfreundlichkeit, Service, etc. etwas dazugelernt – bei Lufthansa muß diesbezüglich ein Paradigmenwechsel stattfinden und diese zusätzlichen Streiks gehen einfach gar nicht. Wahrscheinlich ein Thema was viele Langstreckenvielflieger kennen!

    Obwohl der Vergleich mit Easy Jet etwas verfälscht ist Herr Felix Demski, denn sind Sie schon einmal mit denen geflogen? Beispielsweise die Strecke Hamburg-London ist fast nur von Geschäftskunden belegt und der Service ist wesentlich besser als bei jeder verfügbaren Linie (Lufthansa, Britisch Airways) – die Begrüßen sogar noch die Fluggäste, erfüllen einem jeden Wunsch, leckeres Essen für jeden Geschmack gibt es für wenige Euro zu erstehen und pünktlich sind sie auch noch – hier kann Lufthansa wirklich noch etwas lernen.

  • Na, da muss ich mal eine Lanze für die LH brechen. Als Vielflieger ist der wesentliche Vorteil der LH das Streckennetz, da ich nahezu jede Woche darauf angewiesen bin, von einem kleinen Provinzflughafen zu den Hubs FRA oder MUC zu gelangen. Auf diesen Strecken verdient die LH sicher kein Geld. Allerdings gebe ich zu, dass dieser Vorteil der LH der Hauptgrund dafür ist, dass ich meistens mit der LH fliege. Pünktlicher als früher ist die LH aber inzwischen. In den letzten 2 Jahren habe ich keine Anschlussflüge mehr verpasst, was insbes. in MUC früher häufig vorkam. Ärgerlich ist jedoch, dass die LH aus Spargründen inzwischen keinen Prämienservice bei Flugunregelmäßigkeiten mehr bietet. So landete ich im Somme in Köln-Bonn anstatt in FRA. Bodenpersonal, welches sich um irgendwas kümmern würde, gab es nicht. Die Passagiere mussten alleine zusehen wie sie weg kamen. Und das in Köln-Bonn! Auf den Taxi-Kosten bin ich selbstverständlich auch sitzen geblieben. Also, das war früher anders. Da konnte man der LH verzeihen, wenn was schief ging, weil sich die Fluggesellschaft damals immerhin noch um eine Lösung gekümmert hat. Das geschieht nun aus Spargründen nicht mehr. Dass man den Vielfliegern z. T. Previlegien gestrichen hat und z. B. den Senator-Status rein mit Flügen in Europa nicht mehr bekommen kann, nagt selbstverständlich auch am Image. Aber der Hammer ist die ständige Streikerei. Immerhin haben diese kuriosen Gewerkschaften inzwischen begriffen, dass es äußerst kontraproduktiv ist, die Kunden in Geiselhaft zu nehmen. Streiks werden ja inzwischen mit etwas Vorlaufzeit angekündigt. Die größte Frechheit war der Streik des Kabinenpersonals in 2012 wo die Fluggesellschaft die Passagiere bis kurz vorm Boarding im Unklaren ließ, ob der Flieger fliegt oder nicht. Da weicht man dann natürlich gerne auf Gesellschaften aus wo nicht gestreikt wird.

  • Die Leute bei Emirates sind gut ausgebildet. Viele Piloten kommen aus USA, weil man an Golf besser verdient.

    Auch das Kabinenpersonal ist bei den Golf-Airlines top!

    Glauben Sie mir - als Vielflieger merkt man den Unterschied sofort. Richtig schlecht sind z.B. die China-Airlines...

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