Lufthansa: Streik-Chaos bleibt vorerst aus

LufthansaStreik-Chaos bleibt vorerst aus

Bei der Lufthansa wird gestreikt, viele Maschinen bleiben am Boden. Reisende können aufatmen: Lange Warteschlangen in den Terminals bilden sich momentan noch nicht. Doch die Zeichen im Tarifstreit stehen auf Sturm.
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MünchenAn mehreren deutschen Flughäfen hat der Verdi-Warnstreik bei der Lufthansa begonnen. Am frühen Donnerstagmorgen legten Beschäftigte der Airline in Frankfurt, München und Düsseldorf die Arbeit nieder, wie Sprecher der Gewerkschaft und von Lufthansa bestätigten. „Da der Streik vorher angekündigt war, konnten sich die Fluggäste zum Glück darauf einstellen. Lange Schlangen an den Schaltern bilden sich derzeit noch nicht“, sagte Verdi-Sprecher Gerold Schaub am Morgen in Frankfurt.

Auch an weiteren Flughäfen waren Warnstreiks geplant. Schwerpunkt der Aktionen sollte die größte Lufthansa-Basis in Frankfurt sein. Die Fluggesellschaft hatte bereits vorsorglich für diesen Donnerstag knapp 700 Verbindungen gestrichen. Betroffen sind nahezu alle Flüge in Deutschland und Europa. Der Interkontinentalverkehr sollte nach Möglichkeit aufrechterhalten werden, hieß es am Morgen bei Lufthansa.

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für rund 33 000 Lufthanseaten vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten. Verdi will vor der für Freitag geplanten zweiten Verhandlungsrunde den Druck erhöhen. Der Aufruf zum Ausstand sei von den Beschäftigten „breit angenommen“ worden. Schaub zeigte sich zuversichtlich, dass die Aktion „Wirkung zeigen wird“. Die Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent mehr Geld und Kündigungsschutz. Lufthansa hat hingegen von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten als Sparbeiträge gefordert. Ein Lufthansa-Sprecher bezeichnete den Warnstreik als „völlig überflüssig und unverhältnismäßig“.

Janine Peltier von Verdi Hamburg sieht angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen der Gewerkschaft und des Lufthansa-Konzerns derzeit kaum Chancen für eine schnelle Einigung. „Wir empfinden die Forderung vom Arbeitgeber auch als Provokation gegenüber der Gewerkschaft. Wenn wir jetzt nicht Stärke zeigen, dann wird das ganz, ganz schwierig, sich überhaupt zu einigen.“

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