Lufthansa-Tarifkonflikt
Kabinenpersonal darf Tarifabschluss länger prüfen

Das Kabinenpersonal der Lufthansa bekommt mehr Zeit, um über den ausgehandelten Tarifabschluss zu entscheiden. Die Gewerkschaft UFO verlängert die Urabstimmung um zwei Wochen. Grund ist die komplexe Materie.

FrankfurtLufthansa-Chef Carsten Spohr muss länger auf das letzte Okay für den Tarifabschluss mit dem Kabinenpersonal warten. Die zuständige Gewerkschaft UFO hat die Frist für die aktuell laufende Urabstimmung um zwei Wochen bis zum 24. August verlängert. Das geht aus einem internen Schreiben an die UFO-Mitglieder hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. „Ihr könnt nun bis zum 24.08.2016, 18 Uhr abstimmen“, heißt es dort.

Grund ist die hohe Komplexität des unter der Leitung des Schlichters Matthias Platzeck ausgehandelten Kompromisses. Der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident hatte den seit drei Jahren dauernden Konflikt Anfang Juli schlichten können. Allerdings ist das Paket sehr umfassend. Unter anderem geht es um höhere Bezüge, bessere Aufstiegsmöglichkeiten und eine Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung für die rund 19.000 Stewardessen und Stewards.

Offensichtlich sind bei UFO bis jetzt zahlreiche Fragen zu diesem Paket eingegangen, so dass sich die Gewerkschaftsfunktionäre mit Lufthansa verständigt haben, die Einzelheiten nun in weiteren konkreten Beispielrechnungen plakativ zu machen. Diese neuen Beispiele sollen den UFO-Mitgliedern in den nächsten Tagen als Basis für ihre Entscheidung zur Verfügung gestellt werden..

„In der Gesamtschau und an den zentralen Punkten teilt ihr aber offensichtlich unsere Einschätzung, dass wir mit Hilfe von Matthias Platzeck ein sehr ausgewogenes Paket erreichen konnten, das einen großen Schwerpunkt auf Absicherung, Altersvorsorge und Zukunftsfähigkeit der Kabine gesetzt hat“, heißt es in dem UFO-Newsletter weiter: „Nutzt die Zeit der verlängerten Urabstimmung und redet auf Strecke miteinander über das Paket; nutzt auch die Chance, mit uns über die bekannten Kanäle in Kontakt zu treten, um Euch ein umfassendes Bild zu machen.“

UFO hat die Hürde für die Absegnung des Tarifkompromisses recht hoch gehängt. Gemäß der Satzung würde eine Zustimmung von 30 Prozent der Mitglieder reichen. Angesichts der schwierigen Materie hat die Gewerkschaft die Schwelle aber auf 50 Prozent hochgesetzt. An diesem Freitag endet zudem die verlängerte Frist für die Tarifgespräche mit den Piloten, bei denen es um eine ähnliche Thematik geht.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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