Lufthansa-Tochter
Einigung für Eurowings-Piloten erzielt

Die Lufthansa-Tochter Eurowings soll zur Billigfluglinie werden, für ihre Piloten konnte die Gewerkschaft Cockpit nun neue Tarifverträge durchsetzen. Der Tarifstreit bei der Lufthansa selbst geht derweil aber weiter.
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FrankfurtTrotz des ungelösten Tarifkonflikts mit den Piloten einigt sich die Lufthansa mit der Cockpit-Gewerkschaft auf einen Abschluss für die umstrittene Billigtochter Eurowings. Die 300 Eurowings-Piloten erhalten in diesem Jahr 2,5 Prozent mehr Geld und in den Folgejahren mindestens zwei Prozent, wie die Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Der Abschluss gilt fünf Jahre.

Der Handschlag mit Cockpit umfasst nicht die Airline Lufthansa selbst: Dort kämpft die Arbeitnehmervertretung für die Beibehaltung der Frührentenregelung der 5400 Piloten im angestammten Lufthansa-Passagiergeschäft, deren Tarifverträge deutlich höher dotiert sind. Seit April legten die Flugzeugführer die Lufthansa deshalb zehn Mal lahm – der Schaden summierte sich auf 200 Millionen Euro.

Mit der Einigung erzielt die Lufthansa einen wichtigen Erfolg, da den Piloten der geplante Expansionskurs von Eurowings ein Dorn im Auge ist. Die Regional-Airline ist Kernstück einer neuen Strategie von Konzernchef Carsten Spohr und soll gegen Günstig-Linien wie Ryanair und Easyjet antreten. Dazu muss die Tochter nach Aussagen des Managements bis zu 40 Prozent günstiger fliegen als die große Lufthansa selbst. Teure Konzernpiloten sollen deshalb außen vor bleiben.

Der angepeilte Kostenabstand werde auch mit dem nun erzielten Abschluss gewahrt bleiben, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Eurowings fliegt derzeit noch mit 23 Regionaljets, die ab Februar nach und nach durch größere Airbus A320 abgelöst werden. Das Lufthansa-Experiment wird in der Branche genau beobachtet, da Billigflieger in Europa auf einen Marktanteil von knapp 50 Prozent kommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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