Lufthansa-Tochter Eurowings und Flugbegleiter gehen in Schlichtung

Zukünftig soll ein verbindlicher Schlichter zwischen dem Lufthansa-Konzern und den Gewerkschaften bei Tarifstreits helfen. Man wolle endlich wieder Betriebsfrieden haben. Doch die Reichweite der Tarife ist noch offen.
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Ungeklärt ist die Reichweite der Tarifentscheidungen – ob ausschließlich bei Eurowings und Germanwings oder grundsätzlich als einheitlicher Tarif-Standard. Wichtig ist zunächst der angestrebte Frieden zwischen Lufthansa und Gewerkschaften. Quelle: dpa
Schlichtung

Ungeklärt ist die Reichweite der Tarifentscheidungen – ob ausschließlich bei Eurowings und Germanwings oder grundsätzlich als einheitlicher Tarif-Standard. Wichtig ist zunächst der angestrebte Frieden zwischen Lufthansa und Gewerkschaften.

(Foto: dpa)

Frankfurt/KölnIm Lufthansa-Konzern soll der nächste Tarifkonflikt mithilfe eines Schlichters beigelegt werden. Mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo vereinbarte der Billigableger Eurowings einen verbindlichen Schlichtungs- und Moderationsprozess, wie beide Seiten am Montag berichteten.

Der Schlichter steht noch nicht fest. Zuvor war es gelungen, die Tarifkonflikte der Flugbegleiter und zuletzt der Piloten mit den Schlichtern Matthias Platzeck und Gunter Pleuger beizulegen.

„Wesentliches Ziel des Prozesses war und ist es, in Zukunft ein Ausspielen der Mitarbeitergruppen untereinander und damit eine Abwärtsspirale bei den Arbeitsbedingungen zu verhindern“, erklärte Sylvia De la Cruz, Vize-Vorstandsvorsitzende und Verhandlungsführerin von UFO. Man gehe einen weiteren wichtigen Schritt zu einem umfassenden Betriebsfrieden im Lufthansa-Konzern, sagte ein Eurowings-Sprecher. Mit der Schlichtung sei eine Friedenspflicht verbunden.

Das sind Europas größte Billigflieger
SunExpress
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Die 1989 gegründete türkische Airline hat eine Flotte von 64 Fliegern und erwirtschaftet jährlich 1,1 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland fliegt die Airline unter anderem Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München an.

Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

Stand (Größe der Flotte): Mai 2016

Transavia
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Die niederländische Tochter von Lufthansa-Rivale Air France bietet seit dem 30. Mai zwölf innerdeutsche Flüge pro Woche zwischen München und Berlin-Schönefeld an. Insgesamt verfügt die Airline über 66 Flieger und setzt 1,1 Milliarden Euro im Jahr um.

Pegasus
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Zuletzt konnte der türkische Billigflieger beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen. Zwischen 2005 und 2014 hat sich der Umsatz verdreifacht. Mittlerweile beträgt er 1,1 Milliarden Euro. Zehn Prozent der internationalen Flüge aus der Türkei gehen auf das Konto der Airline. Die Flotte besteht aus 67 Fliegern.

Wizz Air
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Die Ungarn haben die niedrigsten Kosten in Europa, die nach Ryanair höchste Gewinnmarge und in ihrer osteuropäischen Heimat wenig Konkurrenz. Allerdings verschreckt Wizz mit ihrem extremen Geizservice, bei dem selbst Handgepäck an Bord extra kosten kann und fliegt meist nur kleine Städte an. Trotzdem setzt Wizz mit 67 Flugzeugen 1,4 Milliarden Euro um.

Eurowings
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Die Lufthansa-Tochter hat von der wohlhabenden Mutter die Vielflieger und das starke Bonusprogramm geerbt. Dazu hat Eurowings nach der Mutter die wertvollsten Startzeiten im wirtschaftlich starken Deutschland. Die Flotte verfügt aktuell über 89 Flieger. Der Umsatz beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Norwegian
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Die Skandinavier beherrschen mit Norwegen den wohlhabendsten Flugmarkt in Europa. Dazu haben sie die beste Risikostreuung. Das Problem: Die Airline ist außerhalb Skandinaviens oft zu klein und bestenfalls noch in Großbritannien und Teilen Spaniens eine bekannte Marke, nicht aber in Deutschland und Frankreich. Trotzdem setzen die Norweger mit 98 Flugzeugen 2,4 Milliarden Euro um.

Vueling
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Im extrem umkämpften spanischen Markt hat Vueling dank ihrer Heimat Barcelona noch die beste Stellung. Die Konzernmutter IAG mit British Airways (BA) lässt ihrer Billigtochter viel Freiheit. Dazu erflog sich Vueling dank Serviceneuerungen einen guten Ruf. Vueling ist trotz allem etwas klein und nur in Spanien, Italien und Frankreich bekannt. Den großen Sprung in die hochpreisigen Märkte in Nordeuropa hat die Linie bisher gescheut. Mit 105 Flugzeugen setzen die Spanier jährlich zwei Milliarden Euro um.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es aber über die Reichweite der angestrebten Regelungen. Laut Eurowings soll es ausschließlich um ungelöste Tarifprobleme bei den deutschen Flugbetrieben Eurowings GmbH und Germanwings gehen. Ufo schwebt hingegen ein einheitlicher Tarif-Standard vor, der auch für die Flugbegleiter der ausländischen Gesellschaften gelten soll, die Eurowings-Flüge absolvieren. Diese Flugbetriebe wie die Eurowings Europe in Wien unterliegen aber nicht dem deutschen Tarifrecht.

  • dpa
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