Lufthansa-Tochter
Eurowings will mit Air-Berlin-Deal Grenzen knacken

Durch eine Übernahme von Teilen der Air Berlin will Eurowings einen Umsatzmeilenstein erreichen. Auch die Passagierzahl soll kräftig zulegen. Die Transaktion ist aber noch nicht unter Dach und Fach.
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DüsseldorfDer Air-Berlin-Deal soll die Lufthansa-Billigtochter Eurowings beim Umsatz über die Marke von fünf Milliarden Euro hieven. Das werde schon im kommenden Jahr angepeilt, die Zahl der Passagiere solle dann auf über 40 Millionen zulegen, sagte Eurowings-Chef Thorsten Dirks am Dienstag in Düsseldorf. 2017 werden Erlöse von vier Milliarden Euro erwartet. Dirks setzt darauf, dass die Zeiten sinkender Ticketpreise zu einem Ende kommen. „Es ist notwendig, dass sich die Preise stabilisieren“, betonte er. Preiserhöhungen „auf breiter Front“ – was Kritiker des Air-Berlin-Deals für beliebte Kurzstreckenverbindungen befürchten - seien aber nicht geplant

Lufthansa hatte sich in der vergangenen Woche mit Air Berlin darauf geeinigt, mehr als die Hälfte der Flotte der insolventen Rivalin zu übernehmen. Es geht um 81 der insgesamt gut 130 Air-Berlin-Maschinen, darunter die österreichische Tochter Niki. Die Pläne müssen zwar noch von den Kartellwächtern abgesegnet werden. Doch Lufthansa frohlockt bereits und will Eurowings deutlich ausbauen, um insbesondere den ausländischen Billigfliegern Paroli zu bieten. Eurowings hätte künftig 211 Maschinen. Die Zahl der Mitarbeiter soll zudem unter anderem durch ehemalige Angestellte von Air Berlin von 7000 auf rund 10.000 steigen.

Dirks sagte, er gehe davon aus, dass die EU-Kommission bis Jahresende grünes Licht gibt. Er erwarte aber Auflagen für einzelne Strecken - möglicherweise müssen diese dann an Wettbewerber gehen. Für den Winterflugplan bereitete Dirks die Passagiere auf einen holprigen Übergang vor. Es brauche Zeit, bei Eurowings neue Maschinen zu integrieren und Kapazitäten aufzubauen. „Es wird nicht alles so laufen, wie wir es planen – es wird strubbelig.“ Reisende müssten sich darauf einstellen, möglicherweise in andere Flugzeug-Typen einzusteigen als erwartet und auch mit Änderungen der Flugzeiten rechnen..

Insgesamt floriert nach seinen Worten der Markt. „Wir erleben eine sehr starke Nachfrage in der Luftfahrtindustrie“, betonte Dirks. Dies gelte auch für den gerade zu Ende gegangenen Sommer. Eurowings werde 2017 die Gewinnzone erreichen, ein Jahr früher als ursprünglich geplant, bekräftigte der Manager.

Auch auf Teile der taumelnden Alitalia hat Lufthansa ein Auge geworfen, wie seit Montag offiziell bekannt ist. Kurstreckenflüge könnten dann auch bei Eurowings landen, sagte Dirks. Italien ist für die Lufthansa der zweitwichtigste Auslandsmarkt nach den USA. Ihr Marktanteil ist hier noch gering.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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