Lufthansa-Tochter
Hoffnung für Austrian Airlines

Die defizitäre Lufthansa-Tochter muss sparen und gleichzeitig effizienter werden. Einen Verkauf wie die British Midland muss Austrian Airlines jedoch nicht fürchten.
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WienAustrian Airlines (AUA), die jüngste Tochter im deutschen Lufthansa-Konzern, steht vor neuen Sparrunden. Stefan Lauer, Vorsitzender des Aufsichtsrats und im Hauptberuf Personalvorstand der Lufthansa, kündigte gestern weitere Kostensenkungsrunden an. Allerdings soll die frühere Staats-Airline aus Wien auf jeden Fall Teil des Lufthansa-Konzerns bleiben. Der AUA bleibt damit das Schicksal der Konzernschwester British Midlands (BMI) erspart, von der sich die Lufthansa trennen will.

„An weiteren Kostenanpassungen führt kein Weg vorbei“, kündigte Lufthansa-Vorstand Lauer für die österreichische Tochter AUA an. Die Effizienz der vor gut zwei Jahren übernommenen Austrian Airlines „lässt sich noch steigern“, betonte der deutsche Airline-Manager. Lauer nannte keine konkreten Details zu möglichen Sparplänen. Auf jeden Fall müsse die Zusammenarbeit zwischen AUA und dem Mutterkonzern Lufthansa noch weiter verbessert werden.

Zugleich will Lauer, der von einer Politik der kleinen Schritte sprach, auch auf der Ertragsseite für Verbesserungen sorgen. Firmenkundenverträge, die mehr zahlungskräftige Manager in die Flugzeuge bringen, habe die österreichische Tochter in der Vergangenheit bei weitem nicht so häufig abgeschlossen wie die Lufthansa in Deutschland. Sparmöglichkeiten sieht der Lufthansa-Personalchef auch noch beim Wiener Flughafen. Mit der Lufthansa im Rücken war es Austrian Airlines schon einmal gelungen, Gebühren am Flughafen in Wien deutlich zu drücken.

Grundsätzlich sieht der Aufsichtsratschef die jüngste Konzerntochter auf dem richtigen Weg. Das AUA-Management habe die Verluste deutlich reduziert. 2009 hatte das Minus noch 230 Millionen Euro betragen, im vergangenen Jahr waren es noch 64 Millionen Euro Verlust.

Das Erdbeben in Japan zu Jahresbeginn und die anhaltenden politischen Unruhen im arabischen Raum hätten zwar für neue wirtschaftliche Probleme gesorgt. Austrian Airlines werde jedoch auf absehbare Zeit wieder schwarze Zahlen schreiben. „Die AUA ist sanierungsfähig“, sagte Stefan Lauer. Ursprünglich sollte das Wiener Unternehmen schon in diesem Jahr im operativen Geschäft schwarze Zahlen schreiben. Dieses Ziel wird es jedoch verfehlen.

Austrian Airlines ist für die Lufthansa ein integraler Bestandteil des Konzerns. Die deutsche Mutter braucht in Europa mehrere Drehkreuze, allein von Frankfurt aus lässt sich das europäische Fluggeschäft nicht abwickeln. Die AUA mit ihrem Drehkreuz Wien soll vor allem die Verbindungen nach Osteuropa bedienen. Ein zweites Standbein sind die Flüge in die Nahost-Region.

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