Lufthansa und der Streik

Flugbegleiter dürfen weiter streiken

Ein Gericht hatte den Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa in Düsseldorf für rechtswidrig erklärt – allerdings nur für einen Tag. Ein Verfahren in Darmstadt endete zu Ungunsten der Lufthansa.
Update: 11.11.2015 - 03:56 Uhr

Gericht erlaubt Lufthansa-Flugbegleitern weitere Streiks

Düsseldorf/FrankfurtDie Lufthansa wird vorerst weiterhin Flüge streichen müssen. Das Arbeitsgericht Darmstadt wies den Antrag des Unternehmens zurück, den seit vergangenen Freitag laufenden Streik der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo in Frankfurt und München zu stoppen. Die Gewerkschaft ruft zu einem verschärften Arbeitskampf von Mittwoch 04.00 Uhr bis Freitag 24.00 Uhr auf.

Die Lufthansa strich schon vor der Entscheidung für Mittwoch 930 Flüge an den Airports Frankfurt, München und Düsseldorf. Von den Annullierungen sind insgesamt fast 100 000 Kunden betroffen, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Es wurde damit gerechnet, dass die Airline sich vor dem Landesarbeitsgericht in Frankfurt gegen die Entscheidung in Darmstadt wehren will.

Das Arbeitsgericht Darmstadt hatte in der Nacht zum Mittwoch argumentiert, die Gewerkschaft habe das Streikziel hinreichend bestimmt. Das Unternehmen hatte eine einstweilige Verfügung gegen den Arbeitskampf eingereicht.

Die Flugbegleiter hatten angekündigt, dass bis zum angekündigten Ende zum Betriebsschluss am Freitag von Mittwoch an alle Lang- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden. Aufgerufen sind die Flugbegleiter an allen drei Crew-Standorten Frankfurt, München und Düsseldorf.

Das Arbeitsgericht Darmstadt hatte zunächst versucht, beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Allerdings war Richter Rainer Lösch mit dem Vorschlag gescheitert, sich auf ein Spitzengespräch mit einem sofortigen Stopp des Streiks zu einigen.

Essen und Getränke – nach drei Stunden Wartezeit
Wer hat überhaupt Anspruch auf Entschädigungen?
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Grundsätzlich gibt es nur dann Geld, wenn die Fluggesellschaft für die Verspätungen, Umbuchungen oder Flugannullierungen selbst verantwortlich ist. Beispiele sind etwa technische Probleme oder Schwierigkeiten, rechtzeitig Crews vor Ort zu schaffen.

Welche Ausnahmen gibt es?
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Doch nicht für alles können die Airlines in die Pflicht genommen werden. Kein Anspruch auf Entschädigung besteht etwa bei Streiks oder Verzögerungen durch Wetter oder Beeinträchtigungen etwa durch Vulkanasche.

Was ist im Winter?
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Vorhersehbare Folgen der Witterung, auf die Airline reagieren kann, setzen die Fluggastrechte nicht außer Kraft. Kommt es zum Beispiel bei der Enteisung der Maschinen zu Verzögerungen, müssen die Fluggesellschaften zahlen.

Wie viel Geld gibt es?
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Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Strecke, die geflogen wird. Das meiste Geld gibt es bei Langstrecken ab 3500 Kilometern. Dann kann der Fluggast 600 Euro fordern. Bei Strecken zwischen 1500 und 3500 Kilometern werden 400 Euro fällig, darunter 200 Euro.

Welche Rolle spielt die Dauer der Verspätung?
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In allen Fällen gilt: Geld gibt es erst dann, wenn die Verspätung mindestens drei Stunden beträgt.

Was ist, wenn die Fluggesellschaft nicht verantwortlich ist?
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Auch bei Verspätungen etwa wegen des Wetters oder wegen eines Streiks haben bestimmte Fluggäste Rechte. So müssen sie ausreichend mit Essen und Getränken versorgt werden. Zudem haben sie das Recht auf ein kostenloses Telefonat. Bei sehr langen Wartezeiten muss sogar eine Hotelübernachtung gestellt werden.

Wann gibt es in diesen Fällen Hilfe?
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Die genannte Unterstützung richtet sich nach der Flugstrecke und der Dauer der Verspätung. Die Regel greift bei Kurzstrecken unter 1500 Kilometern erst ab einer Wartezeit von zwei Stunden, zwischen 1500 bis 3500 Kilometern ab drei Stunden und bei noch längeren Flügen nach vier Stunden.

Anders als Darmstadt hatte das Arbeitsgericht Düsseldorf den Arbeitskampf am Dienstag für rechtswidrig erklärt. Die Gewerkschaft habe ihre Streikziele nicht hinreichend bestimmt formuliert. Auch hier hatte die Lufthansa eine einstweilige Verfügung eingereicht. Die Entscheidung bezog sich aber nur auf den Dienstag und den Standort Düsseldorf.

Lufthansa legte nach der Entscheidung in Düsseldorf noch einmal nach und wollte den Streik des Kabinenpersonals auch für die nächsten Tage vom Arbeitsgericht verbieten lassen. Wie das Gericht mitteilte, reichte die Airline einen weiteren Antrag auf eine einstweilige Verfügung nach, der sich auf die Streikdrohung bis einschließlich Freitag bezieht. Verhandelt werden soll darüber an diesem Mittwoch um 14.00 Uhr.

  • rtr
  • dpa
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