Lufthansa
Verhandlungen mit Piloten gescheitert – Streiks drohen

Die Verhandlungen über die Gehälter der Piloten von Lufthansa und Germanwings sind offenbar gescheitert. Auch die Altersversorgung ist ungeklärt. Die Lufthansa will mögliche Streiks durch eine Schlichtung verhindern.

FrankfurtBei der Lufthansa drohen neue Streiks der Piloten. Art und Umfang der Arbeitsniederlegungen, die neben Passagierflügen auch die Frachtsparte des Konzerns betreffen, werden mit einem Vorlauf von 24 Stunden angekündigt werden, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Montag mitteilte. Zuvor hatte die Gewerkschaft die Lohn-Tarifverhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert erklärt. "Mittlerweile befinden wir uns im fünften Jahr des Tarifkonflikts ohne eine Lösung", sagte Cockpit-Chef Ilja Schulz.

Die Lufthansa versuchte, die Arbeitsniederlegungen abzuwenden. Der Konzern habe Cockpit am Morgen eine Schlichtung zum Lohntarifvertrag vorgeschlagen und zwei Vorschläge für Vermittler genannt, sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Es ist absolut unverständlich, warum Cockpit Streiks androht, die erneut auf dem Rücken unserer Kunden ausgetragen werden, anstatt mit uns in eine Schlichtung zu gehen", sagte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Cockpit lehnte das Angebot aber ab. Zuletzt legten die Flugzeugführer die Arbeit vor 14 Monaten nieder. Der Streik war damals von einem Gericht gestoppt worden.

Cockpit fordert für die 5400 nach Konzerntarif bezahlten Flugzeugführer von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings mehr Lohn. Konkret verlangen die Arbeitnehmer rückwirkend ab Mai 2012 pro Jahr im Schnitt eine Erhöhung von 3,7 Prozent. Die Forderung bewege sich weit unterhalb dessen, was in den letzten Jahren in Deutschland an Tariferhöhungen erzielt worden sei, sagte Cockpit-Tarifexperte Ingolf Schumacher.

Allerdings ist das Ausgangsniveau wesentlich höher als bei den meisten anderen Angestellten: Im Schnitt verdient ein Co-Pilot 140.000 Euro im Jahr. Die Lufthansa hingegen bietet der Gewerkschaft 2,5 Prozent über gut sechs Jahre. Nach Gewerkschaftsangaben verlangte der Konzern in den vorherigen Verhandlungen aber, dass das Gehaltsplus an anderer Stelle eingespart werden müsse.

In dem seit Jahren schwelenden Tarifstreit geht es zudem um den Fortbestand der im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften großzügigen Frühpensions-Regelung für die Lufthansa-Piloten. Hinter den Kulissen wird aber auch um den Ausbau der Billigtochter Eurowings gerungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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