Lufthansa
Vorstände warnen vor „gefährlicher roter Zone“

Der harte Wettbewerb am Himmel setzt das Geschäft der Lufthansa unter Druck: Voriges Jahr senkte der Konzern zwei Mal die Gewinnprognose. Nun warnt das Management seine Mitarbeiter in einem Brief vor zu hohen Kosten.
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FrankfurtDie Lufthansa muss nach Aussagen des Managements wegen sinkender Erlöse im Passagiergeschäft und hoher Kosten dringend umsteuern. „Unterm Strich geht eine Schere auf, die uns ohne Korrekturen auf den Weg in eine gefährliche rote Zone führt“, schrieben die Lufthansa-Vorstände Karl Ulrich Garnadt und Bettina Volkens in einem Reuters am Freitag vorliegenden Brief. Die Mitteilung ging an 40.000 Mitarbeiter. Das Magazin „Der Spiegel“ hatte vorab zuerst über den Brief berichtet.

Nach Ansicht der Topmanager befindet sich die Traditionsfluglinie im angestammten Passagiergeschäft – der sogenannten Lufthansa Passage – in einer Zwickmühle. „Im vergangenen Geschäftsjahr sind die Durchschnittserlöse der Passage um mehr als drei Prozent gesunken – ein Zustand, der in unserer Industrie offenbar zum Normalzustand wird.“ Die beharrliche Senkung der Kosten reiche nicht aus, um diesen Rückgang zu kompensieren, während gleichzeitig andere Posten wie etwa Flughafengebühren stiegen. Das Kostenniveau der Kranich-Fluglinie liege mittlerweile um 30 bis 40 Prozent über dem direkter Rivalen wie Easyjet oder Turkish Airlines. „Die Konkurrenz kennt unsere Kostenposition und weiß, dass wir an dieser Stelle verwundbar sind.“ Weiteres sollen die Mitarbeiter auf einer Informationsveranstaltung am 19. Februar erfahren.

Der harte Wettbewerb am Himmel untergräbt das Geschäft der Lufthansa bereits: Voriges Jahr senkte der Konzern zwei Mal die Gewinnprognose. Für 2014 rechnet Europas größte Luftfahrtgruppe nun mit einer Milliarde Euro operativen Gewinn.

Um gegenzusteuern, startete das Unternehmen mit weltweit 120.000 Mitarbeitern in der Vergangenheit ein Sparprogramm nach dem anderen. Der seit Mai amtierende Chef Carsten Spohr legt mit der Gründung von Billigairlines nach. Unter dem Namen „Eurowings“ sollen günstige Flüge sowohl innerhalb Europas als auch zu entfernten Zielen angeboten werden. Letzteres bringt die Gewerkschaft Cockpit auf die Barrikaden. Die dort organisierten Piloten stemmen sich gegen die Günstigpläne. Seit April 2014 legten die Flugzeugführer die Lufthansa zehn Mal mit Streiks lahm – der Schaden summiert sich auf 200 Millionen Euro.

Gerüchten, denen zufolge Piloten vor die Tür gesetzt werden sollten, traten die Vorstände in den Brief entgegen: „Aus heutiger Sicht sind keine Entlassungen im Cockpit geplant.“ Falsch sei auch die kursierende Behauptung, dass 50 Flugzeuge aus dem Passagiergeschäft herausgenommen werden sollten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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