"Lufthansa wartet wie ein Geier"
Swiss verfügt noch über Liquidität

Die Liquidität der angeschlagenen Schweizer Fluggesellschaft Swiss ist vorerst gesichert. Eine Swiss-Sprecherin trat am Freitag Medienberichten entgegen, dass der Verwaltungsrat am kommenden Montag das Thema Nachlassstundung (Gläubigerschutz) diskutieren werde. „Swiss sagt, diese Spekulation ist falsch“, sagte sie zu Reuters.

Reuters ZÜRICH. Zuvor hatte die Sprecherin entsprechende Zeitungsberichte nicht kommentieren wollen. „Wir geben keine Daten von Verwaltungsratssitzungen und Agenda bekannt.“ Sie sagte allerdings weiter: „Die Liquidität ist noch gesichert“. Seit der Medienkonferenz vom 24. Juni habe sich nichts verändert. Damals hatte die Swiss-Führung bekräftigt, die Liquidität reiche bis Jahresende. Die Fluggesellschaft versucht derzeit auf dem Markt einen Betriebsmittelkredit von rund 500 Millionen sfr aufzutreiben, um das Fluggeschäft und eine tiefgreifende Redimensionierung zu finanzieren.

Verschiedene Zeitungen hatten am Freitag berichtet, der Swiss-Verwaltungsrat diskutiere am kommenden Montag das Thema Nachlassstundung. Die deutsche Lufthansa warte laut Experten nur darauf, dass Swiss Gläubigerschutz beantragt. „Lufthansa sitzt herum wie Geier, bereit die Überreste zu picken“, wird ein Analyst zitiert.

Über einen Einstieg der Lufthansa beim Schweizer Konkurrenten wird seit Wochen spekuliert. Nach Einschätzung von Experten hängen die Erfolgsaussichten einer solchen Beteiligung vor allem davon ab, ob Lufthansa freie Hand für harte Sparmassnahmen und Umstrukturierungen bei Swiss bekommen würde. Zuletzt hatte es in der „Süddeutschen Zeitung“ geheissen, Lufthansa befinde sich in intensiven Gesprächen über eine Kooperation mit Swiss, ein finanzieller Einstieg komme zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht in Frage. Lufthansa werde Swiss nicht kaufen, um das Unternehmen dann erst zu schrumpfen.

Swiss war im vergangenen Jahr aus der zusammengebrochenen Swissair und der Regionalfluggesellschaft Crossair entstanden. Die Gesellschaft, die nach Ansicht von Experten bereits zu gross startete, leidet seither unter der Flaute im Fluggeschäft und kündigte im Juni eine drastische Verkleinerung um rund ein Drittel bei Personal, Flotte und Streckennetz an.

Swiss schloss das erste Quartal 2003 mit einem Verlust von 200 Millionen sfr ab. Von den liquiden Mitteln verbrauchte das Unternehmen in den drei Monaten 343 Millionen sfr oder rund ein Viertel. 2002 wies die Gesellschaft bei einem Umsatz von knapp 4,3 Milliarden sfr einen Verlust von 980 Millionen sfr aus.

Swiss will ab 2004 einen positiven operativen Cash Flow erzielen und 2005 in die Gewinnzone zurückkehren. Die Gesellschaft peilt im kommenden Jahr einen Umsatz von 3,2 Milliarden sfr an. 2005 solle der Umsatz dann auf 3,3 Milliarden sfr steigen.

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