Luftverkehr
Debatte um neuen Airport in NRW

Ein neuer Flughafen für Nordrhein-Westfalen? Ein Zusammenschluss von rund 60 großen Unternehmen aus dem Ruhrgebiet regt den Neubau eines Großflughafens in der Region an. Doch die Forderung stößt auf breiter Front auf Bedenken.

DÜSSELDORF. Die Forderung großer, im Ruhrgebiet ansässiger Unternehmen, den Bau eines neuen Großflughafens in Nordrhein-Westfalen zu prüfen, stößt auf breiter Front auf Skepsis. Als „nicht realistisch“ stuft der Flughafenverband ADV solche Pläne ein. Im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium heißt es, die bestehende Infrastruktur werde den Anforderungen gerecht und werde außerdem künftigen Entwicklungen angepasst. Der Neubau eines Flughafens genieße dabei keine Priorität. Auch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers merkte kritisch an, ähnliche Pläne seien in der Vergangenheit gescheitert: „Ich will nicht verhehlen, dass die Landesregierung sehr skeptisch ist, dass es möglich ist, in einem solch dicht besiedelten Gebiet wie Rhein und Ruhr einen solchen Großflughafen zu bauen“, sagte der CDU-Politiker.

Anlässlich des Zukunftskongresses Ruhr 2030 in Essen hatte der Initiativkreis Ruhrgebiet, ein Zusammenschluss von rund 60 Großunternehmen, den Bau eines neuen Luftverkehrsdrehkreuzes für die Region angeregt. Angesichts knapper werdender Kapazitäten müsse der Luftverkehr weiterentwickelt und die Anbindung der Metropole Ruhr an das internationale Luftverkehrswegenetz durch den Ausbau bestehender Flughäfen oder den Bau eines neuen Airport garantiert werden, heißt es in einem Strategiepapier. Die Kapazitäten des Flughafens Düsseldorf reichten nach 2020 nicht mehr aus.

„Unabhängig vom notwendigen Ausbau des Düsseldorfer Flughafens empfehlen wir, den Bau eines neuen internationalen Großflughafens in Nordrhein-Westfalen ernsthaft zu prüfen“, sagte Werner Müller. Der Chef der Evonik Industries AG vertritt den Initiativkreis Ruhrgebiet nach außen. Konkrete Standortvorschläge machte der Initiativkreis nicht. Als möglicher Standort gilt Beobachtern aber der ehemalige Braunkohletagebau Garzweiler. Das mehrere tausend Hektar große Gelände war vor einigen Jahren schon einmal für ein Airport-Projekt im Gespräch.

Damals hatte es geheißen, Garzweiler sei wegen der riesigen Fläche und der spärlich besiedelten Gegend ein idealer Airport-Standort. Das Gebiet sei nur 26 Kilometer von Düsseldorf entfernt, 57 von Essen und 84 von Dortmund. Auch Standorte im Münsterland oder am Niederrhein seien aber denkbar, hieß es aus Kreisen des Initiativkreises.

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