Luftverkehr und Gastronomie
Tourismusbranche fordert bessere Rahmenbedingungen

Die Reisebranche dringt bei der neuen schwarz-roten Bundesregierung auf bessere Bedingungen vor allem für Luftverkehr und Gastronomie.

HB BERLIN. „Die Regulierung des Reisemarktes geht zu weit. Wir brauchen weniger Bürokratie und müssen mehr Markt wagen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Klaus Laepple, am Montag in Berlin. Für 2006 rechnet die deutsche Reisebranche trotz eines verhaltenen Starts in die aktuelle Wintersaison 2005/2006 mit bis zu fünf Prozent mehr Umsatz als in diesem Jahr. Der Verbandschef forderte die neue Bundesregierung auf, nicht länger am vollen Mehrwehrsteuersatz für deutsche Hotels und Gaststätten festzuhalten. Bereits in zwölf EU-Mitgliedsländern gelte eine in der Regel um die Hälfte reduzierte Mehrwertsteuer, sagte Laepple auf dem 9. Tourismusgipfel vor mehreren hundert Branchenvertretern. Gerade in grenznahen Regionen seien deutsche Hotellerie und Gastronomie erheblich benachteiligt.

Laepple appellierte an Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), sich im EU-Finanzministerrat am Dienstag bei der Beratung der sechsten Mehrwertsteuer-Richtlinie der Mehrheit der EU-Länder anzuschließen und die Ausnahme für die Gastronomie zuzulassen. Für Hotels sei ein um die Hälfte reduzierter Mehrwertsteuersatz schon jetzt in Deutschland möglich.

Die Reisebranche lehne aber ebenso unnötige Subventionen aus der Staatskasse ab, sagte Laepple. „Es ist Verschwendung, mit Steuergeldern in vielen Regionen Flughafenkapazitäten zu schaffen, die der Markt nicht braucht“, sagte der Verbandschef. Zahlreiche kleine und größere Flughäfen werden mit Geld von Kommunen und Ländern finanziert. Notwendig sei ein Masterplan für den Flughafenbau im gesamten Land, sagte Laepple. Bisher ist Flughafenplanung allein Sache der Bundesländer. Unter der rot-grünen Bundesregierung waren erste Schritte für eine nationale Koordination mit der Benennung von acht großen vorrangig zu behandelnden Flughäfen eingeleitet worden.

Frankfurts Flughafenchef Wilhelm Bender, der Chef der Fluggesellschaft Air Berlin, Joachim, Hunold, und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn appellierten an die Bundesregierung, die Verkehrsträger in Deutschland nicht weiter zu belasten und im europäischen Vergleich für Wettbewerbsfähigkeit zu sorgen. Gesetzlichen Regelungen müssten europaweit gleich sein, sagte Mehdorn.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht in der Reisebranche überdurchschnittliches Wachstumspotenzial. Während die Gesamtwirtschaft 2006 um voraussichtlich 1,5 Prozent wachsen könnte, herrsche bei Reiseveranstaltern mehr Zuversicht mit Prognosen von bis fünf Prozent Umsatzwachstum, sagte BDI-Chef Jürgen Thumann. Dagegen gehe es für Hotels und Gaststätten zunächst darum, überhaupt aus ihrer mehrjährigen Talsohle wieder herauszukommen. „Insbesondere die Fußball-WM 2006 wird für positive Impulse sorgen“, sagte Thumann. Damit sei im Gesamtjahr zumindest ein Umsatzzuwachs von einem Prozent für das Hotel- und Gaststättengewerbe zu erwarten.

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