Luftverkehrsabgabe
Mehdorn attackiert die Bundesregierung

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin fühlt sich ungerecht behandelt: Durch die Luftverkehrssteuer würden deutsche Airlines systematisch benachteiligt, sagt Unternehmenschef Hartmut Mehdorn.
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HamburgAir-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Luftfahrtbranche im Stich zu lassen. „Wir werden in Deutschland zunehmend schlechter behandelt von der Politik. Die Bundesregierung kümmert sich nicht“, sagte Mehdorn am Freitag in Hamburg. Die Luftverkehrssteuer in Deutschland belaste die inländischen Fluggesellschaften enorm. Rund 175 Millionen Euro müsse Air Berlin dafür im Jahr aufwenden. Der Unternehmenschef spricht sich seit langem für eine Abschaffung der „Willkür-Steuer“ aus.

Außerdem forderte Mehdorn eine bessere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, damit Flugzeuge beispielsweise direktere Strecken im europäischen Luftraum nehmen könnten. Dadurch ließen sich Emissionen weiter senken, ergänzte Mehdorn. „Durch Kleinstaaterei bewegt sich nichts.“

Während ausländische Fluggesellschaften wie die Ryanair im Kurzstreckensegment wachsen, musste Air Berlin zuletzt mehrere unrentable Routen schließen. Zuletzt hatten die Iren ihren Einstieg am Flughafen Dortmund bekannt gegeben, wo sich Air Berlin zuletzt zurückgezogen hatte.

Auch auf der Langstrecke wächst die Konkurrenz der arabischen Airlines für die deutschen Airlines. Zuletzt hatte Air-Berlin-Aktionär Etihad angekündigt, die Europaaktivitäten durch eine Kooperation mit Air France auszubauen.

Etihad war im Januar zum größten Aktionär aufgestiegen und hatte der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft mit einem Kredit über 255 Millionen US-Dollar (198 Mio Euro) aus der Klemme geholfen. Air Berlin hat den Großteil der Summe bis zur Jahresmitte bereits abgerufen. Vorstandschef Mehdorn will die Gesellschaft nach jahrelangen Verlusten im kommenden Jahr in die Gewinnzone bringen. Dazu soll neben Kürzungen bei Strecken und Flotte auch der vollzogene Eintritt zum Luftfahrtbündnis Oneworld beitragen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Luftverkehrsabgabe: Mehdorn attackiert die Bundesregierung"

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  • Nicht nur jammern Herr Mehdorn. Dafür ist das Kerosin zulasten der Steuerzahler und der Umwelt steuerbefreit.

    Ich bin für die Besteuerung von Kerosin, für die Luftverkehrsabgabe, für ein strenges Nachtflugverbot auf allen deutschen Flughäfen und für zeitgemäßen Bau außerhalb dichtbesiedelter Gebiete (nicht so wie es gerade in BER Berlin-Brandenburg praktiziert wird). Liebes HB, bekomme ich jetzt auch einen Artikel?

  • Wieder einer der feststellt, unsere Politiker wollen die deutschen, Deutschland vernichten. Ein weiteres Beispiel: Die Krankenkassen haben Überschüsse durch die Praxisgebühr und weil Medikamente für Hautkrankheiten nicht bezahlt werden. Diese Geld muss durch Energiepreisexplosionen beim Bürger abgeschöpft werden.

  • Lieber Herr Mehdorn,

    Sie attackieren alle Parteien seitdem Sie an der Macht bei Air Berlin sitzen. Es wäre sinnvoller wenn Sie endlich, die notwendige Maßnahmen ergreifen können. Sie schimpfen mit dem Flughafen Berlin, Sie schimpfen mit der Bundesregierung über die Steuer. Die Air Berlin schreibt seit Jahren Verluste und Sie sollen NICHT die anderen dafür Verantwortlich machen. Bald werden Sie Ihre Langstrecken Flotte auch nicht mehr haben, da Air France und KLM dies übernehmen wird. Air Berlin wird dann viel kleiner werden und kann sich auf die Zubringer Flüge konzentrieren damit Etihad alles über Abu Dhabi transferieren kann. Mit dem Verkauf der Air Berlin haben Sie nicht gemerkt das Etihad nur eine Interesse hat (Abu Dhabi zu füllen und endlich mit Emirates auf Augenhöhe als Wettbewerber auf dem Weltmarkt zu Positionieren).

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