Lukrative Bedingungen
In Zentralamerika boomen die Call Center

Aufgrund der günstigen Personalkosten und einer aufstrebenden Telekommunikations-Infrastruktur richten immer mehr Unternehmen ihre Call Center in Zentralamerika ein. Mit den Sprachkenntnissen der dortigen Mitarbeiter können sie mit einem Standort nicht nur die USA, sondern auch große Teile Lateinamerikas abdecken. Zudem bieten die Regierungen Investoren lukrative Bedingungen an.

bfai SAN SALVADOR. Innerhalb Zentralamerikas ist noch immer Panama der beliebteste Standort für die Call-Center der international tätigen Unternehmen. Branchenkenner bestätigen die guten Bedingungen für die Telekommunikations-Dienstleistungszentren und prognostizieren für 2006 ein Wachstum von 38%. In Zentralamerika gibt es über 80 Call Center, die rund 21 000 Personen beschäftigen. Angesichts der Wachstumsprognose investiert die panamaische Regierung 7 Mill. US-Dollar in das Projekt "English for life", eine Sprachausbildung, die auch weiterhin die Verfügbarkeit von mehrsprachigem Personal für Call Center sicherstellen soll.

Einer Studie des Beratungsunternehmens Zagada Markets zufolge suchen Investoren aber auch andere Standorte in Zentralamerika. In der Untersuchung wird El Salvador als ein Land charakterisiert, in dem sich die Branche gefestigt hat. Während die Berater Nicaragua und Honduras als Emerging Markets für Call Center bezeichneten, beschrieben sie Costa Rica als "heranreifend". Andere Beobachter kommen zu dem selben Schluss. Sie verweisen auf die costaricanische Telekommunikationsstruktur und die staatliche Beteiligung an der Telekommunikation.

Unternehmen bevorzugen Zentralamerika vor allem deshalb, weil die Personal- und Standortkosten relativ günstig sind und weil mehrsprachiges Personal, vor allem in der Kombination Englisch/Spanisch, vorhanden ist. Von einem Standort aus kann somit fast der ganze amerikanische Kontinent abgedeckt werden. Außerdem legen die Betreiber von Call Centern großen Wert auf eine moderne Telekommunikations-Infrastruktur mit günstigen und qualitativ guten Verbindungsmöglichkeiten.

Nach Angaben der Zagada-Studie arbeiten in ganz Lateinamerika 174 Call Center. Fast die Hälfte davon ist in Zentralamerika tätig. Im Frühjahr 2006 gilt Panama als beliebtester Standort mit neun internationalen Call Center, die Firmen wie Dell, Sitel oder der National Asset Recovery Services (NARS) vertreten. Außerdem verfügt das Land, das sich schon kurz nach der Jahrtausendwende auf diesen Branchenzweig spezialisiert hat, über 15 lokale Call Center. Wie die Studie weiter beschreibt, werden 75% aller Gespräche auf Englisch geführt und 25% auf Spanisch. Über Dienste in französischer oder portugiesischer Sprache liegen keine Informationen vor.

Unternehmen, die jetzt Call Center in Zentralamerika einrichten wollen, sollten die Angebote der Länder genau vergleichen und sich mit den Büros zur Investitionsförderung der jeweiligen Regierungen in Verbindung setzen. Dabei ist nicht nur auf die üblichen Kosten zu beachten, sondern auch auf spezielle Aufwendungen, wie sie z.B. durch besondere Sicherheitsvorkehrungen entstehen können. Außerdem sind der aktuelle Stand und die geplante Entwicklung der Infrastruktur des Telekommunikationssektors sowie die aktuelle Gesetzeslage zu prüfen. So sind beispielsweise in Panama die Gesprächskosten der Call Center steuerbefreit, ferner der Import aller zum Aufbau eines Call Centers benötigten Materialien und technischen Einrichtungen.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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