Handel + Konsumgüter
"Lukrative Verträge mit Großkunden"

Martin Stanley, Chef der britischen Regulierungsbehörde für das Postwesen, zu den Chancen der deutschen Post auf eine Lizenz für den brititschen Briefmarkt.

Hat die Deutsche Post AG Chancen, eine Dauerlizenz für den britischen Briefmarkt zu bekommen?

Da sehe ich überhaupt kein Problem. Die Deutschen werden sicher eine langfristige Lizenz bekommen.

Was kostet eigentlich eine Lizenz?

Der Zugang zum bisher geöffneten Briefmarkt kostet zunächst nur 1000 GBP (1400 Euro) im Jahr. Später hängt die Gebühr vom Umsatz ab.

Das bedeutet?

Sollte die Deutsche Post einen Anteil von 10 % am Briefmarkt schaffen, dürfte das 600 00 Pfund (900 00 Euro) kosten. Das klingt viel, ich glaube aber, dass würde der Konzern gerne zahlen, wenn er dafür rund 8 Mill. Briefe am Tag im Sack hätte.

Warum ist die neue Konkurrenz so an der Firmenpost interessiert?

In Großbritannien sind von rund 80 Mill. Briefen an einem Normaltag 70 Mill. Stück Geschäftspost. Davon stammt rund die Hälfte von nur 500 Firmen. Ich glaube, das macht deutlich, wie lukrativ ein Vertrag mit einem Großkunden hier ist.

Kann Royal Mail denn im neuen Wettbewerb überleben?

Glauben Sie mir, Royal Mail wird nicht sterben. Der Briefmarkt macht Profit, der Verlust von Royal Mail kommt von dem Paketdienst und vom Schaltergeschäft - dafür sind wir als Aufsicht nicht zuständig.

Sie beklagen eine zu lahme Zustellung. Werden Sie die angedrohte Millionenstrafe verhängen?

Ich weiß nicht, ob dieser Weg Sinn macht. Wir haben ein besseres Instrument: Seit April muss Royal Mail Kompensation an Großkunden zahlen, wenn sie nicht rechtzeitig zustellt. Wird eine Verspätung von 5 % ermittelt, muss der Firma 5 % beim Porto erlassen werden. Glauben Sie: Das wirkt.

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