Lumpenhändler 3.0
Wenn der Altkleidercontainer zur Haustür kommt

Packmee möchte die Altkleiderspende revolutionieren. In Zukunft soll der Paketbote die im Umzugskarton gesammelten Spenden bequem an der Haustür mitnehmen. Die Erlöse gehen an karitative Zwecke.
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Düsseldorf„Ich bin der Sohn eines Lumpenhändlers und weiß, wovon ich spreche“, erklärt der 49-jährige Paul Schmitz, einer der Ideengeber von Packmee. Mit Kleidung kam Schmitz bereits im elterlichen Textilsortierbetrieb in Kontakt. Heute berät er europaweit Unternehmen in allen Fragen rund um Altkleider. Mit Packmee möchten Schmitz und sein befreundeter Unternehmer Marco Solá die deutsche Altkleiderspende revolutionieren.

Die Idee: Kleidung, Schuhe, Haushaltstextilien, Brillen und sogar Hörgeräte können zu Hause in einem Umzugskarton gesammelt und beim Empfang eines Pakets, dem Boten von DHL oder Hermes bequem an der Haustür mit auf den Weg gegeben werden. Einzige Bedingung für den kostenfreien Versand: Das Paket muss über 5 Kilogramm wiegen. Damit erübrigt sich der Gang zum Altkleidercontainer. Möglich wird das durch eine Kooperation mit DHL und Hermes. Damit unterscheidet sich das Projekt von bisherigen Ansätzen, die ebenfalls direkt vor der Haustür sammeln.

Die deutsche Textilindustrie setzt jährlich rund 55 Milliarden Euro um. Fast die Hälfte davon entfällt mittlerweile auf den Online-Handel, insbesondere auf Größen wie Zalando oder Amazon. Die Kleidung kommt bequem per Post ins Haus. Aus Sicht des Verbrauchers liegt der Umkehrschluss nahe, die Altkleider auf demselben Weg wieder loszuwerden. Die Initiatoren haben sich ambitionierte Ziele gesetzt. In fünf Jahren soll der Marktanteil bereits bei fünf bis zehn Prozent liegen.

Packmee verkauft das Sammelgut und garantiert, zwischen 50 und 80 Prozent in karikative Einrichtungen zu stecken. Als Partner konnten die beiden Ideengeber und Geschäftsführer der Texforcare GmbH die Stiftung„RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ und „CARE Deutschland-Luxemburg e.V.“ für sich gewinnen. Wolfram Kons, Vorstand der Stiftung „RTL Wir helfen Kindern e.V.“: „Wir haben Packmee ganz genau unter die Lupe genommen und all die unangenehmen Fragen gestellt. Die Antworten waren stets überzeugend und befriedigend.“

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Wenn der Altkleidercontainer zur Haustür kommt

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Illegale Container verbreiten sich „wie Krebsgeschwüre“

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  • Zunächst möchten wir betonen, dass wir - Marco Solá und Paul Schmitz - jederzeit gerne offen über alle Fragen und Anliegen sprechen. Das setzt jedoch voraus, dass die Kommentargeber sich aus der Anonymität trauen. So wie wir offen kommunizieren würden wir uns freuen, wenn es diejenigen, die etwas kommentieren, ebenso täten.

    Nicht Packmee, sondern der Rechteinhaber von Packmee, die Texforcare GmbH ist ein Unternehmen, was wir auch immer und überall offen kommunizieren. Die Gewähr, dass die Spenden in genannter Höhe bei den karitativen Partnern ankommen, ist nicht zuletzt durch einen Beirat gesichert, dessen Vorsitzender Carl-Gerold Mende (ehemaliger Bereichsvorstand der Royal Mail Group Ltd und ehemaliger Vorstand der Österreichischen Post AG) ist. Das Testat einer unabhängigen WP-Gesellschaft, unsere Selbstverpflichtung, die Zahlen auf und über packmee.de zu veröffentlichen und schlussendlich unser Anliegen, aus den 50% Spendenausschüttungen im Laufe der Zeit 80 % zu machen, sprechen aus unserer Sicht für sich. Die Behauptung, wir träten mit karitativen Organisationen in Konkurrenz ist nicht richtig: Wir zielen auf die ca. 150.000 Tonnen tragfähiger Textilien, die in Mülltonnen sowie ca. 300.000 Tonnen, die in rein gewerblichen, teils illegal aufgestellten Altkleidercontainern jährlich landen. Was wir uns wünschen ist, dass zukünftig alle seriösen karikativen Organisationen, die sich mit dem Thema Altkleidersammlung beschäftigen und insbesondere die dem Dachverband Fairwertung angeschlossenen karikativen Organisationen u. a. auch durch die Packmee Kommunikation zukünftig mehr als je zuvor Altkleider von der deutschen Bevölkerung zur Verfügung gestellt bekommen. Dass ein Unternehmen, das am 10. Oktober 2012 gestartet ist, noch keinem Verband angehören kann, liegt in der Natur der Sache. Aber wir werden uns kurzfristig um entsprechende Verbandsmitgliedschaften ernsthaft bemühen. Gutes ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt ! MfG Sola + Schmitz

  • Packmee, das sollte man deutlich sagen, ist ein kommerzieller Textilverwerter und tritt in Konkurrenz zu den seriösen karitativen Organisationen, die sich im Dachverband Fairwertung zusammengeschlossen haben. Interessant wird es sein, zu erfahren, was Packmee als "Gewinn" ausweist. Da gibt es nämlich gerade bei einem kommerziellen Unternehmen großen "Gestaltungsspielraum". Man kann gespannt sein, wenn die Firma einen detaillierten Geschäftsbericht vorlegt, der auch ausweist, wieviel Sammelgut sie erhalten haben, wie hoch der Verkaufserlös ist und wie hoch die eigenen Kosten. Im Moment operiert Packmee mit Versprechungen, denen ich erst glaube, wenn diese Zahlen veröffentlicht werden. Ansonsten rate ich allen, die Kleider spenden, genau darauf zu achten, ob die Sammler das FairWertung-Siegel tragen,

  • Wer tatsächlich ausschließen will, dass seine Textilien mit absoluter Sicherheit nicht auf dem afrikanischen Kontinent landen, darf keine Kleider spenden. Selbst die Kleidungsstücke, die persönlich zu Kleiderkammern oder Sozialkaufhäusern gebracht werden, gehen entweder bei meistens vorherschendem zu hohem lokalem Angebot teilweise sofort oder nach der vorübergehenden Nutzung durch einen bedürftigen Menschen in unserem Land bei separater Erfassung z.B. über einen Altkleidercontainer den Weg in einen Sortierbetrieb und kann von da nach Afrika gelangen. Aber was wäre die Alternative? Wer noch tragfähige Kleider und Schuhe einfach wegwirft oder zwecks Verhinderung einer Wiederverwendung absichtlich vor der Abgabe zerstört, vernichtet damit die Generierung von Spendengeld, mit dem viel Gutes - auch und besonders in Afrika - getan werden könnte. PackMee möchte vorhandene Ressourcen - sowohl auf Verbraucherseite wie auch logistisch - unter Berücksichtigung sozialer, ökologischer , ökonomischer und transparenter Aspekte möglichst sinnvoll zusammen führen.

    Wer unserer Meinung nach tatsächlich kritisiert werden sollte, sind sehr viele rein kommerziell agierende Sammelunternehmen, die entweder oft unter Vortäuschung eines karitativen Ansatzes gespendete Kleider mittels Altkleidercontainer sammeln und verkaufen ohne auch nur einen Cent zu spenden oder die "Unternehmen", die einfach ohne die erforderlichen Stellplatz - und sonstigen Genehmigungen illegal Container aufstellen. Diese beiden Fälle treffen zur Zeit auf ca. 70.000 deutsche Altkleidercontainer zu.
    Mit freundlichen Grüßen, Paul Schmitz

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