Luxusartikel-Hersteller
Französische Konzerne wehren sich gegen Produktpiraterie

Die französischen Konzerne Carrefour und LVMH sind in einem Streit um den Verkauf gefälschter Luxus-Handtaschen in China aneinander geraten. Die französische Luxus-Industrie verstärkt in jüngster Zeit mit politischer Rückendeckung die Bemühungen im Kampf gegen Produktpiraten.

PARIS/PEKING. Die französischen Konzerne Carrefour und LVMH sind in einem Streit um den Verkauf gefälschter Luxus-Handtaschen in China aneinander geraten. Ein Gericht in Shanghai hat den Handelskonzern Carrefour zur Zahlung von 300 000 Yuan (rund 30 000 Euro) an den weltgrößten Luxuskonzern LVMH verurteilt, da Carrefour im Dezember 2005 in einem seiner Geschäfte in Shanghai gefälschte Handtaschen der Marke Louis Vuitton verkauft hat. Das bestätigte ein Sprecher von LVMH.

Carrefour bestätigte lediglich, dass in einem seiner Märkte in Shanghai gefälschte Marken-Handtaschen aufgetaucht sind. „Der Fall ist eine Ausnahme und entspricht nicht der Unternehmenspraxis“, sagte eine Carrefour-Sprecherin. Ihren Angaben zufolge hat der betreffende Carrefour-Markt bei einem lokalen Zulieferer 100 Handtaschen bestellt. Dieser habe aber nur 60 liefern können und sich 40 Taschen auf einem Markt besorgt. Dabei habe es sich um die Fälschungen gehandelt. „Damit so eine Panne nicht noch einmal vorkommt, haben wir unsere Kontrollen verstärkt“, versicherte die Carrefour-Sprecherin.

Bei dem Prozess in Shanghai sind zum ersten Mal zwei multinationale Konzerne im Streit um Produktpiraterie aneinander geraten. Gerade die französische Luxus-Industrie verstärkt in jüngster Zeit mit politischer Rückendeckung die Bemühungen im Kampf gegen Produktpiraten.

Vor kurzem hatte LVMH gemeinsam mit Chanel, Burberry, Prada und Gucci einen weiteren Prozess gegen Produktfälscher gewonnen. Nach chinesischen Zeitungsberichten wurde dem Pekinger Markt Silk Street (Seidenstraße) in zweiter Instanz untersagt, gefälschte Produkte mit den Logos der Firmen zu verkaufen. Jedes Unternehmen erhält zudem eine Kompensation von 20 000 Yuan (rund 2 000 Euro). Das Gericht in Peking folgte damit einem Urteilsspruch vom Dezember. Die Entscheidung sehen Beobachter als einen weiteren Schritt nach vorn im Kampf gegen die Produktpiraterie, die internationale Konzerne jedes Jahr rund 60 Mrd. Dollar kostet. Die Pekinger Silk Street gilt als Umschlagplatz für Fälschungen und wird sehr stark von Touristen besucht. Nach dem ersten Urteil waren die Fälschungen nur kurze Zeit aus dem Markt verbannt. Umsetzung und Kontrolle sind kaum möglich.

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