Luxusartikel
Trüffelbutter vom Discounter

Zu Weihnachten entdecken auch Deutschlands Discounter ihre Liebe für Delikatessen. Es findet sich Champagner im Regal oder auch Rinderfilet. Der Trend zu höherwertigen Lebensmitteln erreicht die Discounter.
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DüsseldorfTrüffelbutter von Aldi, Rinderfilet von Lidl, Crème brûlée von Penny: Vor Weihnachten verwandeln sich die deutschen Discounter immer mehr zu Feinkostläden. Natürlich gibt es noch das Standardsortiment zum Billigpreis. Doch daneben nimmt der „kleine Luxus“ merklich zu. Champagner ist ebenso im Angebot wie zwölf Jahre alter Whisky oder edler Rotwein aus Italien.

„Die Discounter hoffen wahrscheinlich, damit Kundengruppen in die Läden zu bekommen, die sonst nicht dort einkaufen. Und dass dann auch noch andere Produkte gekauft werden“, erklärt Robert Kecskes von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den Trend.

Aldi Süd wirbt in diesem Monat mit einem aufwendig gestalteten, 24-seitigen Prospekt fürs Festtagssortiment. Der zur Rewe-Gruppe gehörende Discounter Penny schaltet sogar eigene TV-Spots, um Kunden für seine Luxuslinie „Mein Fest“ zu gewinnen. Lidl geht mittlerweile nicht mehr nur zur Weihnachtszeit mit „Deluxe“-Aktionen auf Kundenfang, auch zu Ostern waren bereits edle Produkte im Angebot.

„Die Kunden erwarten das inzwischen“, begründet Rewe-Sprecher Andreas Krämer den Trend der Billigheimer zu Delikatessen. „Niedrige Preise alleine reichen nicht. Ein Discounter muss heute komplette Einkaufsmöglichkeiten bieten – auch für die Festtage.“ Auch für Kecskes steht fest, dass Billigsein an sich nicht mehr ausreicht: „Die Discounter müssen sich neu erfinden.“

Und das tun sie durchaus erfolgreich – nicht nur zur Weihnachtszeit. Die GfK beobachtet bei den Discountern schon seit Monaten einen „deutlichen Trend zu höherwertiger Nachfrage“. Nur noch gut vier von zehn Euro verdienen Aldi, Lidl und Co. demnach mit den besonders günstigen Eigenmarken im Preiseinstiegsbereich.

Eine immer größere Rolle spielen Angebote mit „Mehrwert“ – etwa Bioprodukte oder Waren aus regionalem Anbau, für die der Käufer etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Auch immer mehr Markenartikel in den Regalen sorgen für zusätzliche Umsätze bei den Discountern.

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  • Seltsam, ist die Gesellschaft für Konsumforschung in der Altertumsforschung tätig? die hinken ja mit ihren "Forschungsergebnissen" der Realität gut 2-3 Jahre hinterher, wenn das reicht, und haben trotzdem nicht begriffen wie Aldi funktioniert.

    Bei den 2 mal wöchentlich wechselnden Spezialangeboten gibt es übers Jahr verteilt Nonfood alles, vom Pflaster bis zum Gartenpavillon, Möbel, Küchenmaschinen, Fahrräder, Werkzeug, Maschinen, Schulhefte, Bekleidung, Sportbekleidung für jede Jahreszeit-praktisch das volle Programm. Aldi Kunden wissen das und stellen ihr Einkaufsverhalten darauf ein, was auch leicht möglich ist, da die Produktranges jährlich jeweils in den gleichen Kalenderwochen angeboten werden. Ganz ausgefuchste Aldi-Kunden sollen die Angebotshefte übers Jahr archivieren um nachschlagen zu können, wann was in die Regale kommt.

    Die wechselnden Spezialangebote im Lebensmittelbereich verlassen den Niedrigpreis-Bereich teilweise deutlich, werden aber trotzdem gern gekauft denn: morgen gibt es die Lekkerei nicht mehr. -wirklich Klever. Eine Permanente Hochpreis-Range macht für Aldi daher überhaupt keinen Sinn.

    Dabei verzichtet Aldi auf knallrote "Billig"-Schilder, wie sie bei anderen Discountern Gang und Gäbe sind, das Angebot wirkt so souverän und höherwertig.

    Das Design der Angebotsware ist meist schnörkellos modern und fällt auch in gut situiertem Umfeld nicht unangenehm aus dem Rahmen.

    In dieser Perfektion bietet all das kein anderer Discounter und große Supermärkte wie Real benötigen ihr halbwegs vergleichbares Angebot mindestens die zehnfache Fläche.


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