Luxusbranche
Puma-Mama PPR bekommt das Frösteln

Nein, Luxus verkauft sich in der Krise offenbar wirklich nicht mehr. Zumindest gilt dies für den Luxusgüterkonzern PPR, dem auch seine starke Edel-Marke Gucci nicht mehr recht helfen konnte.

HB PARIS. Der französische Luxuswarenanbieter und Handelskonzern PPR hat wegen der Zurückhaltung der Verbraucher seinen Gewinn im vergangenen Jahr nur geringfügig gesteigert. Vor allem im vierten Quartal bekam der Konzern die Krise deutlicher zu spüren: Der Umsatz hielt sich dank Zukäufen auf Vorjahresniveau und ging auf bereinigter Basis zurück. PPR kündigte am Donnerstag in Paris an, die Dividende für 2008 um vier Prozent auf 3,30 Euro je Aktie zu kürzen. Zudem sollen die Sparmaßnahmen im Konzern verschärft werden. Zukäufe stehen vorerst nicht an.

Bereits am Vortag hatte PPR mitgeteilt, dass bei der Möbelkette Conforama, die sich gegen Konkurrenten wie IKEA behaupten muss, 800 Stellen bis 2010 wegfallen sollen. Auf diese Weise sollen 50 Mio. Euro eingespart werden. Weitere 400 Arbeitsplätze will PPR bei der Elektronik- und Buchhandlungskette FNAC gestrichen werden. An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Das Papier legte bis zum Mittag rund fünf Prozent zu.

Damit wappnet sich der Konzern für ein schwieriges Jahr 2009. Zwar habe sich im Januar das Geschäft wieder etwas belebt, dies könnte aber auch an dem Kalendereffekt liegen, sagte Finanzchef Jean-Francois Palus. Einen konkreten Ausblick auf 2009 blieb der Konzern schuldig. Unternehmenschef François-Henri Pinault sagte lediglich, PPR werde 2009 "alle verfügbaren Mittel nutzen, um sich an das unsichere wirtschaftliche Umfeld anzupassen".

Im abgelaufenen Jahr stieg der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 924 Mio. Euro. Beim Umsatz verbesserte sich PPR dank der Zuwächse bei Töchtern wie PUMA und Gucci um 5,8 Prozent auf 20,2 Mrd. Euro. PPR hält mit 69 Prozent die Mehrheit am Hersteller PUMA, der bei Rekordumsätzen einen kräftigen Gewinnrückgang verbuchte.

Die größten Wachstumsraten zeigte im PPR-Konzern das auf den Vertrieb von Autos und pharmazeutischen Produkten in Afrika und den französischen Überseegebieten spezialisierte Unternehmen CFAO. Die Versandhandelstochter Redcats und die Möbelkette Conforama verringerten ihre Erlöse. Beim operativen Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft legte PPR insgesamt um 5,4 Prozent auf 1,72 Mrd. Euro zu.

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