Luxusgüterkonzern
Richemont legt Gewinnsprung hin

Edeluhren und teurer Schmuck katapultieren den Gewinn von Richemont um 43 Prozent nach vorne. Die Schweizer verbuchen zudem ein Umsatzplus von fast einem Drittel - und erhöhen prompt die Dividende.
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ZürichDie reißende Nachfrage nach Schmuck und Uhren in Asien hat dem Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont einen Rekordgewinn und den Aktionären eine höhere Dividende beschert. Der Hersteller von Cartier-Schmuck und Uhren der Marken IWC und Jaeger-LeCoultre steigerte den Reingewinn des im März beendeten Geschäftsjahrs um 43 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Die Verkäufe in Asien legten zu konstanten Wechselkursen um 46 Prozent zu und machen inzwischen 42 Prozent des gesamten Konzernumsatzes von 8,87 Milliarden Euro aus.

Für die Zukunft ist Konzernchef Johann Rupert trotz eines instabilen wirtschaftlichen Umfeldes vor allem in der Eurozone und des hohen Goldpreises vorsichtig optimistisch. In China laufe es weiterhin sehr gut, sagte er. In den Küstenstädten gebe es aber Anzeichen für eine leicht Verlangsamung. Der weltweit zweitgrößte Luxusgüterhersteller will weiterhin in den Ausbau der Fertigung und in neuen Butiken investieren. Im April, dem ersten Monat des neuen Geschäftsjahres 2012/13, konnte der Konzern sein Wachstumstempo halten. Der Umsatz stieg wie schon im ganzen abgelaufenen Geschäftjahr um 29 Prozent. „Verblüffend stark“, so der Analyst Patrick Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank.

Auch Weltmarktführer LVMH profitiert vom Branchenboom in Asien und steigerte den Umsatz im erste Quartal dieses Jahren um ein Viertel auf 6,58 Milliarden Euro. Optimistisch zeigten sich zuletzt der Handtaschenhersteller Hermes und der Schmuckhersteller Bulgari. Der Uhren-Weltmarktführer Swatch hält dieses Jahr zweistellige Wachstumsraten für möglich und auch Deutschlands größter Modehersteller Hugo Boss sieht sich auf gutem Wege zu neuen Bestmarken im Gesamtjahr.

Im von der Schuldenkrise geplagten Europa konnte Richemont nicht mehr ganz an das Wachstum des Vorjahres anknüpfen. Dass am Ende doch noch ein Umsatzplus von 20 Prozent herausschaute war unter anderem Touristen aus anderen Teilen der Welt zu verdanken, die sich im Europa-Urlaub mit Uhren und Schmuck eindeckten. Krise hin oder her, auch in Europa rechnet Konzernchef Rupert nicht mit einem Einbruch. „Menschen heiraten und andere werden geboren. Es gibt eine lange Tradition des Schenkens. Das wird auch in Europa weiterhin so sein“, sagte er. In Russland lief das Geschäft besser als auf dem Rest des Kontinents.

Die Aktionäre, allen voran die aus Südafrika stammende Familie des Konzernchefs, können sich über eine um 22 Prozent erhöhte Dividende von 0,55 Franken freuen. Dazu kommt ein Programm zum Rückkauf von bis zu zehn Millionen A-Aktien über die nächsten zwei Jahre, die für Mitarbeiter-Beteiligungsprogramme bestimmt sind. Das alles verhalf der Aktie an der leicht schwächeren Zürcher Börse zu einem Kurssprung von fünf Prozent auf 56 Franken. Der vergleichbare europäische Branchenindex stieg um 0,2 Prozent. „Bemerkenswert positiv“, seien der Abschlussbericht und die Prognose für das laufende Jahr ausgefallen, erklärte Kepler-Analyst Jon Cox. Vor allem bei den Prognosen pflege der Konzern tiefzustapeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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