Luxusholding Richemont
Starker Franken, schwache Zahlen

Buchverluste haben dem Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont das Geschäftsjahr verhagelt. Der Gewinn dürfte um 36 Prozent gefallen sein, teilte das Unternehmen mit. Operativ läuft es aber weiter rund.
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ZürichManchmal ist Reichtum eine Last. Das hat nun die Schweizer Luxusholding Richemont erfahren, zu der glanzvolle Marken wie Cartier, IWC, Jaeger LeCoultre oder Piaget gehören. Richemont teilte in einer Ad-hoc-Meldung mit, dass der Jahresgewinn für das Geschäftsjahr 2014/15, das im März endete, um 36 Prozent geringer ausfallen wird. Als Grund nannte Richemont Neubewertungen von Finanzinstrumenten und Derivaten.

„Der größte Teil der Verluste im Finanzergebnis ist auf den gegenüber dem Franken tiefere Euro zurück zu führen“, erklärt Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Denn Richemont hält dicke Barreserven: Ende März beliefen sie sich auf 5,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,7 Milliarden). Zwar berichtet Richemont seine Zahlen in Euro, doch die Bilanzregeln des Standards IFRS würden Richemont dazu zwingen, die Barbestände in Franken umzurechnen, erklärt Schwendimann.

Und in Franken gerechnet sind die Barmittel weniger wert; denn am 15. Januar gab die Schweizerische Nationalbank (SNB) überraschend den Franken zum Euro wieder frei und verabschiedete sich vom Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro. In Folge dessen wertete der Franken stark auf; im März tendierte er zu Kursen von 1,04.

Diese Währungsverluste Richemonts im Zuge der Frankenaufwertung kümmern Schwendimann aber wenig. Denn operativ lief es bei Richemont nicht schlecht. So ist der Jahresumsatz in Euro gerechnet um 5 Prozent gestiegen, unter Ausblendung von Währungseffekten bleibt ein Plus von zwei Prozent - das sei mehr, als Analysten erwartet hätten, kommentierte der ZKB-Analyst.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll laut Richemont voraussichtlich zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. „Die zugrunde liegenden ausgewiesenen Zahlen von Umsatz und Betriebsgewinn entsprechen voll und ganz unseren Erwartungen“, kommentierte auch Rene Weber von der Privatbank Vontobel. Er bestätigte seine „Kauf“-Empfehlung.

Aufgrund der Währungsverluste erwartet die ZKB nun neu einen Gewinn je Aktie von 2,56 Euro, im Vorjahr waren es noch 3,68 Euro gewesen. Die Prognose für das laufende Geschäfts-Jahr 2015/2016, das im März 2016 endet, beließ ZKB-Analyst Schwendimann zunächst unverändert mit 3,76 Euro.

Experten sehen Richemont vergleichsweise wenig betroffen durch die neue Konkurrenz von Apples neuer Apple Watch, die ab dieser Woche zu kaufen ist. Im Unterschied zum Rivalen Swatch Group ist Richemont mit Uhrenmarken wie IWC und Jaeger LeCoultre stärker auf das Luxussegment fokussiert. Und der Absatz von mechanischen Uhren für 4.000 Euro und mehr gilt als weniger bedroht durch die so genannten Smartwatches.

Doch auch Richemont bewegt sich vorsichtig in das Terrain der vernetzten Uhren. Die Tochter Montblanc präsentierte im Januar eine Uhr, die ein kleines Display im Armband hat, das sich mit dem Mobiltelefon verbinden kann und zum Beispiel Fitnessfunktionen anbietet. Die endgültigen Jahreszahlen legt Richemont am 22. Mai vor.

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