Luxusmarken
Suche nach subtilen Signalen

Eine aktuelle Umfrage der Markenstrategieberatung Brand Trust macht es deutlich: Sonntägliches Schaulaufen mit Statussymbolen ist out. Luxusmarken müssen heute Understatement und Authentizität bieten. Verlierer dieses Luxuswandels werden vor allem die klassischen Luxusgütermarken sein.

DÜSSELDORF. Tankerkönig Aristoteles Onassis reiste nie ohne, auch Fiat-Boss Giovanni Agnelli hatte sie in den 50er-Jahren stets an seiner Seite: eine Ledertasche von Valextra. Doch der Glanz der italienischen Luxusmarke, die nur Liebhaber an ihrem weichen, von Hand geknetetem Leder und den schwarzen Nähten erkannten, verblasste in den opulenten und von Logos geprägten 80er-Jahren.

Das Revival leitete im Jahr 2002 Massimo Suppancig ein. Der Ex-Manager von Hugo Boss und Escada setzte selbstbewusst auf die Wurzeln der Marke: Understatement, klare Linien und italienische Handarbeit. Um traditionelle Techniken anwenden zu können, holte er frühere Täschner-Meister aus dem Ruhestand. Heute ist Valextra wieder ein Geheimtipp, Läden gibt es in Mailand, Hongkong, Tokio.

Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass bald Hamburg und München dazukommen. Denn auch die Deutschen haben nicht mehr nur Lust am lauten Luxus, wie eine dem Handelsblatt exklusiv vorliegende Umfrage der Markenstrategieberatung Brand Trust zeigt.

Die Mehrzahl der 900 befragten Besserverdienenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz legt bei einer Luxusmarke besonderen Wert auf hohe Handwerklichkeit und authentische Wurzeln. Für zwei Drittel hat Luxus sogar immateriellen Charakter. Das heißt: Sonntägliches Schaulaufen mit Statussymbolen ist out. Stattdessen bedeutet Luxus heute eher Selbstfindung und Selbstverwirklichung.

„Klassische Statusmarken wie Escada, Louis Vuitton, Rolls-Royce oder Bulgari, die ausschließlich für demonstrative Opulenz stehen, werden Verlierer dieses Luxuswandels sein“, prophezeit Klaus-Dieter Koch, Geschäftsführer von Brand Trust. „Der neue Luxus wird subtiler und verantwortungsbewusster sein.“

Die Markenstrategieberatung aus Nürnberg belegt mit ihrer Studie für den deutschsprachigen Raum einen Trend, der sich international und in luxusaffinen Ländern wie Italien schon länger abzeichnet. Die Studie „Altagamma“ von Bain sowie der „21st Centurion Living Report“ von American Express beschrieben diesen Wandel bereits: Während es in den 80er- und 90er-Jahren darum ging, mit der goldenen Rolex an der Hand Kaviar zu essen und Moet& Chandon zu schlürfen, ist das Luxusverständnis heute umfassender.

Seite 1:

Suche nach subtilen Signalen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%