Luxusmode
Chinesen wollen Hermès

Die Flaute im chinesischen Luxusmarkt lässt den französischen Hermès-Konzern weitgehend unbeeindruckt. Immer mehr Kunden aus Asien wollen seine Seidentücher, Krawatten, Handtaschen und andere Accessoires kaufen.
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ParisEs ist in diesem Sommer heiß in Paris, sehr heiß. Dennoch lassen sich viele Touristen nicht davon abhalten, zur Pariser Luxusmeile Rue du Faubourg St. Honoré zu pilgern. Viele Chinesen auf Europa-Tour wollen vor allem zum Haus mit der Nummer 24, gleich am Anfang der Faubourg in der Nähe des Place de la Concorde. Denn dort befindet sich das Mutterhaus von Hermès.

Jeden Tag kommen durchschnittlich „mindestens 2000 Kunden in unser Haus“, sagt die Pressesprecherin. In dem riesigen Flagshipstore, der rund um das alte Stammhaus von Hermès entstanden ist, breitet das Luxusunternehmen seine ganze handwerklich hergestellte Welt aus: von Sitzmöbeln und Schmuck bis zu Kleidern, Schreibgeräten und Krawatten.

Doch nicht nur in Paris läuft das Geschäft derzeit gut für Hermès. Im zweiten Quartal steigerte das fast 180 Jahre alte Unternehmen seinen Umsatz zu konstanten Währungskursen um knapp zehn Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Trotz Börsencrash und Flaute bei Luxusgütern in China konnte Hermès in der Region Asien-Pazifik auf der Basis vergleichbarer Wechselkurse noch um sechs Prozent zulegen. Wenn auch der Konzern auf „die schwierigen Rahmenbedingungen in Hong Kong und Macau“ hinweist.

Die Luxusgüterbranche bekommt derzeit das Ende des jahrelangen Booms in China zu spüren. Viele Chinesen kaufen vor allem in China weniger ein. Sie bringen lieber Luxus-Souvenirs von ihren Auslandsreisen zurück. Denn da ist vieles wegen des gefallenen Eurokurses und wegen Importzöllen billiger zu kaufen. Einige Luxuskonzerne wie Chanel haben ihre Preise in China gesenkt, um die Kunden zurück zu gewinnen.

Die hochpreisigen Uhrenmarken spüren vor allem die Folgen der neuen Antikorruptionsgesetze der chinesischen Regierung. Das bremst den Verkauf von Uhren, die gerne als Bestechungsgeschenke verwendet wurden. Auch bei Hermès gehören Uhren zu den Sparten mit dem geringsten Wachstum (plus 1,2 Prozent). Doch Branchenkenner wie Jean-Claude Biver, Chef der Uhrensparte des französischen Luxusriesen LVMH, sehen noch gute Wachstumschancen in China. „Wir sind in China mit unseren Marken Tag Heuer und Hublot noch viel zu klein“, sagte er dem Handelsblatt. „Wir müssen das Geschäft massiv ausbauen.“

Er setzt wie Hermès auf die wachsende finanzkräftige Mittelschicht in China, die sich Luxus aus dem Westen leisten kann und will. So ist Hermès sicher, das der Konzern seinen Umsatz im gesamten laufenden Jahr um rund acht Prozent steigern kann. Er hofft auch auf Europa, wo das Geschäft im zweiten Quartal bei vergleichbaren Wechselkursen um neun Prozent wuchs.

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