Luxusmode
Escada setzt auf Intimität

Escada startet in Düsseldorf ein neues Konzept: Kleinere, individuellere Verkaufsräume sollen die Sanierung des Labels nach den Sparprogrammen voranbringen. Die Luxusmarke soll damit endlich wieder profitabel werden.

DüsseldorfVor drei Jahren hatte Escada noch einen großen Laden in einer der besten Lagen der Königsallee in Düsseldorf. Der wurde dann geschlossen. Denn bei der Luxusmarke ist inzwischen Bescheidenheit eingekehrt. Heute hat das Unternehmen aus Aschheim bei München einen neuen Laden eröffnet. Er liegt aber nicht vorne in der ersten Reihe von Düsseldorfs Prachtboulevard, sondern etwas zurückgesetzt in einer Passage.

„Für uns ist das genau die richtige Lage“, rechtfertigte Ronny Borck, Vertriebschef für Westeuropa, die neue Boutique, die im Schatten des großen Dior-Flagshipstores und neben Marken wie Loro Piana liegt. Vielleicht hat die neue Bescheidenheit aber auch damit zu tun, dass Escada in Düsseldorf jetzt ein ganz neues Ladenkonzept testet: weg vom kommerzielleren Luxus-Mainstream hin zu mehr Intimität im Verkaufsraum.

„Unsere Kundinnen sollen das Gefühl haben, ein elegantes, wunderschönes Wohnzimmer zu betreten“, wirbt Jörg Wahlers, Chief Financial Officer (CFO) und zugleich Chief Operating Officer (COO) von Escada, für das neue Konzept.

Der Verkaufsraum im Erdgeschoss ist recht klein. Er wird dominiert von einem großen Aufzug, der die Kunden in die erste Etage bringt. Dort hat Alberto Solon, der vor einem Jahr von Dolce&Gabbana als Marketingchef für den Einzelhandel zu Escada kam, drei Salons eingerichtet. „Wir haben einige der antiken Möbel auf Flohmärkten in Paris gekauft“, erklärt Solon und beschreibt ausführlich die Teile aus den unterschiedlichsten Epochen.

Für Escada ist der Düsseldorfer Flagshipstore der Versuch, einen Neubeginn zu starten. Das Unternehmen, das Megha Mittal aus der gleichnamigen indischen Stahldynastie gehört, hatte im vergangenen Jahr eine Restrukturierung angekündigt. So will sie sich von 200 der 2.000 Beschäftigten weltweit trennen.

Der Stellenabbau betrifft alleine 150 Stellen in der Firmenzentrale in Aschheim bei München. Denn Interimschef Wahlers musste einräumen, dass die bisherigen Restrukturierungsprogramme „in der Realität nicht ausreichend waren“. Mit dem Programm „Journey to Excellence“ soll Escada zu einem „effizienteren, schnelleren und agileren Unternehmen werden“.

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Escada setzt auf Intimität

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Der große Plan ist noch nicht fertig

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