Luxusmodebranche
Prada-Zahlen geben Italiens Edelschneidern Aufwind

Das Modeunternehmen Prada verdreifachte im letzten Dreivierteljahr seinen Gewinn. Vor allem in Asien boomt die Mode made in Italy. Und damit ist der Designer längst nicht die einzige Erfolgsstory der Luxusindustrie.
  • 0

MAILAND. Nach herben Einbrüchen im vergangenen Jahr melden die Vertreter des "Made in Italy" wieder Erfolge: Am Mittwoch teilte der Edelschneider Prada mit, dass sich das Nettoergebnis in den ersten neun Monaten dieses Jahres verdreifacht hat. Vor allem in Asien lief das Geschäft bestens für das Unternehmen, das gerne als Designer der Intellektuellen bezeichnet wird. Aber auch in Europa und den USA greifen die Menschen wieder zu den feinen Stoffen.

Während Prada den Umsatz um fast ein Drittel auf 1,4 Mrd. Euro steigerte, kletterte der Netto-Gewinn auf 156 Mio. Euro. In Asien legten die Italiener um mehr als die Hälfte zu, in Europa stieg der Umsatz um 20 Prozent, in den USA um 27 Prozent. Dem Traditionsunternehmen gehören außer der Hauptmarke Prada auch Miu Miu und die Schuhmarken Church's und Car Shoe. Prada ist längst nicht die einzige Erfolgsstory in der italienischen Modewelt. Der Luxusverband Altagamma rechnet damit, das die italienische Luxusbranche schon im kommenden Jahr wieder die Rekordwerte von Ende 2007 erreicht.

Prada und Tod's sind Klassenbeste

Auch der Nobel-Schuhhersteller Tod's hat in den ersten neun Monaten Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Das Unternehmen zu dem auch die Marken Hogan, Fay und Roger Vivier gehören, setzte in den ersten neun Monaten neun Prozent mehr um als noch vor einem Jahr. Der Ebit-Gewinn vor Steuern und Zinsen kletterte um fast ein Viertel auf 133 Mio. Euro.

Prada und Tod's gehören zu den Klassenbesten der italienischen Luxusindustrie. Auch eine Studie von Mediobanca zum vergangenen Jahr stellt die beiden Häuser als positive Ausnahmen heraus, die ihren Gewinn 2009 trotz der Krise steigern konnten, während die anderen großen Modehäuser Verluste hinnehmen mussten oder deren Gewinne zumindest schrumpften. Laut der Studie von Mediobanca ist für den Erfolg der Modehäuser vor allem ihre Präsenz in Asien entscheidend. Denn während den Europäern und Amerikanern zuletzt die Kauflust vergangenen war, haben die Asiaten auch in den Krisenjahren mehr für den Chic aus Italien ausgegeben.

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Tod's, Diego della Valle, hat sein Augenmerk zuletzt jedoch vor allem in Richtung USA gerichtet. Dort ist er Ende Oktober zum größten Aktionär der US-Luxus-Kaufhauskette Saks aufgestiegen. Er erhöhte seine Beteiligung von 11,12 Prozent auf 19,05 Prozent und überholte damit den mexikanischen Milliardär Carlos Slim.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Luxusmodebranche: Prada-Zahlen geben Italiens Edelschneidern Aufwind"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%