Luxusmodehändler gibt auf
„Die Gier nach Geld ist gewaltig geworden“

Nach mehr als 32 Jahren schließt Eickhoff, einer der bekanntesten Luxusmode-Händler Deutschlands, seinen Laden auf der Kö. Nun soll dort Dior einziehen. Das Geschäft sei sehr eisig geworden, die Bedingungen schwierig.
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DüsseldorfAlfred Eickhoff, einer der bekanntesten Luxusmode-Händler Deutschlands, hat seine Geschäfts-Immobilie an der Düsseldorfer Königsallee seiner Tochter Susanne überschrieben. Das sagte der 78-Jährige dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Mit der Überschreibung regelt Eickhoff seinen Nachlass.

Eickhoff geht in dem Interview hart mit den Luxus-Marken ins Gericht, die mit immer mehr eigenen Läden dem alteingesessenen Einzelhandel Konkurrenz machen. „Dabei sind Königsmörder am Werk, die das Geschäft bestimmen wollen. Das Geschäft ist sehr eisig und die Gier nach Geld gewaltig geworden – auf allen Ebenen“, sagte er.

„Am schlimmsten wiegt für Multi-Marken-Geschäfte wie unseres die wachsende Konkurrenz jener Labels, die wir selbst in Deutschland erst bekannt gemacht haben. Seit geraumer Zeit werden uns von diesen Marken die Konditionen diktiert. An manche Handtaschen-Modelle kommen wir gar nicht mehr ran, weil die Unternehmen ihre Top-Produkte immer erst in den eigenen Luxus-Boutiquen präsentieren wollen und Händlern wie uns gar nicht mehr anbieten – oder nur noch, wenn wir zugleich im Paket andere, schwerer verkäufliche Ware abnehmen.“

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  • Nun es ist nicht die Gier alleine sondern der Fortschritt, der Einzelhändler immer mehr überflüssig macht. In Deutschland schlägt das voll durch da die persönliche Nähe und Sympathie nicht so ausgeprägt sind. In Italien zum Beispiel gibt es wesentlich mehr Einzelhändler und der Kunde lässt sich den persönlichen Kontakt und Beratung etwas kosten. Es ist halt Geschmackssache ob die Ware den einzigen Wert darstellt. Eine angenehme Atmosphäre, gutes Gefühl wird mit einer etwas kleineren Ware erkauft. Es bleibt im letzteren Fall eine schöne Erinnerung die man mit der Ware verbindet.

  • Die Marke " Eickhoff" hat die Entwicklung verschlafen. Vermutlich zu regional gedacht und kein Markenbewusstsein entwickelt, ausser der Message das man elitär sein will, das können Andere aber auch.

    @X-Ray. Bei der Prognose für den Kö Bogen wäre ich besser nicht zu überschwänglich. Noch 1-2 Jahre sinkende Reallöhne, und darauf läuft es garantiert hinaus und man wird froh sein wenn da noch `ne Pommesbude reingeht, für die letzten Holländer die dann hoffentlich noch kommen.
    Das statistisches Bundesamt meldet die Fabelzahl von 1.9% Inflation. Das ich nicht lache!

    Würde man da eine Berechnung machen, welche den preisstabilen Berberteppich ignoriert und die tollen technischen Entwicklungen bei Elektronikgeräten dort einstuft wo sie hingehören, nämlich nachrangig und im Schwerpunkt Lebensmittel, Energie und Wohnen bewerten, dürfte das ein Vielfaches dessen sein.

    Das sind abseits der Schönfärberei die wirklichen Kosten die in Relation zum Einkommen darüber entscheiden, ob man im Kö-Bogen einkaufen geht oder nicht.

    Da sehe ich mittelfristig eher schwarz. Die Reallöhne werden weiter sinken, Lebensmittel und Energiekosten werden explodieren.

  • "Die Gier nach Geld ist gewaltig" beklagt sich ausgerechnet jemand, der selbst Steuern hinterzogen hat. Da kann man ja nur noch lachen.
    Letztendlich ist es ganz einfach, viele Einzelhändler haben einfach die Trends der letzten zwanzig Jahre verpasst und der schleichende Niedergang lässt sich jetzt nicht mehr umkehren. Kö-Bogen zeigt ja gerade, dass auch noch Neueröffnungen möglich sind.

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