Madeleine Schickedanz hält jetzt die Mehrheit
100-Tage-Programm soll Wende einläuten

Die Krise beim angeschlagenen Handelskonzern KarstadtQuelle ist nach den Worten von Vorstandschef Thomas Middelhoff hausgemacht. Zwar habe der negative Branchentrend dies noch verstärkt, sagte er am Dienstag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf.

HB DÜSSELDORF. Der entscheidende Grund für die Bedrohung des Unternehmens sei jedoch die ungesicherte und kurzfristige Finanzstruktur gewesen. Karstadt-Quelle habe vor einem Jahr kein tragfähiges Finanzkonzept aufgezeigt, die Kredite hätten kurze Laufzeiten gehabt und einen richtigen Finanzvorstand habe es auch nicht gegeben.

Statt sich dann auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren habe sich KarstadtQuelle auf Randaktivitäten verlagert und das Stammgeschäft vernachlässigt. Das operative Geschäft sei nicht erfolgreich geführt worden, was das Beispiel des Versandhandels zeige. „Man lebt für sich, zwischen Essen und Fürth lagen und liegen noch immer Welten“, sagte Middelhoff.

Der Karstadt-Quelle-Konzern, dem Umsatz und Gewinn weggebrochen sind, ist nach Einschätzung seines neuen Vorstandschefs Thomas Middelhoff trotz der eingeleiteten Sanierung noch nicht über den Berg. Dennoch hat Madeleine Schickedanz weiter Aktien gekauft und besitzt nun mehr als die Hälfte am Unternehmen.

Bei seinem ersten Auftritt vor den Aktionären des angeschlagenen Handelskonzerns auf der Hauptversammlung am Dienstag in Düsseldorf sagte Middelhoff, die Richtung stimme, doch sei noch lange nicht genug getan. Karstadt-Quelle sei noch nicht richtig aufgestellt, um nach ersten Sanierungserfolgen genügend Wachstum zu erzielen.

„Ich sage ebenso laut und deutlich, damit sind wir noch lange nicht über den Berg. Prozesse und Strukturen sind dringend reformbedürftig“, stellte Middelhoff fest. Er war erst vor kurzem vom Aufsichtsratsvorsitz auf den Vorstandssessel gewechselt, wo er Christoph Achenbach abgelöst hatte.

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