Magnetbahn-Projekt
Für Transrapid fehlen „nur“ noch 185 Millionen

Der Bund ist nun doch bereit, fast eine Milliarde Euro für das Magnetbahn-Projekt vom Münchner Flughafen zum Hauptbahnhof zur Verfügung zu stellen. Zwar fehlt damit immer noch eine dreistellige Millionensumme - doch die muss Bayern woanders loseisen als bei der Bundesregierung.

HB BERLIN. Bereits in der ersten Runde ihrer Gespräche einigten sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und sein bayerischer Kollege Erwin Huber (CSU) am Montag in Berlin bis auf eine Finanzlücke von 165 Mill. Euro. Tiefensee sagte, der Bund sei maximal zu einem Beitrag von 925 Mill. Euro bereit. Dies entsprict 50 Prozent der projektierten Kosten und entspricht der rechtlichen Obergrenze. Bayern will 475 Mill. Euro übernehmen. Beide Seiten erwarten bei der Magnetschwebebahn Gesamtkosten von 1,85 Mrd. Euro.

Huber fügte hinzu, die Tatsache, dass schon jetzt Einigkeit über 90 Prozent der Summe bestehe, zeige, dass die Verhandlungen „mit großem Engagement weitergeführt werden“. Gleichwohl erwartet er für die kommende Zeit „schwierige Verhandlungen“. Ein genauer Termin wurde nicht genannt. Die Gespräche sollen aber „in den nächsten Wochen“ fortgeführt werden. Dafür sei jetzt das Fundament gelegt, sagte Tiefensee. „Es war ein Schritt nach vorn auf dem Weg zur Realisierung des Projekts.“

Der Transrapid soll den Münchner Flughafen auf einer 37 Kilometer langen Strecke mit der Innenstadt verbinden. Grünes Licht für Verhandlungen über das gerade auch in Bayern äußerst umstrittene - und dort auch von der SPD abgelehnte - Projekt hatten am Freitag Tiefensee und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zusammen mit Haushalts- und Verkehrspolitikern der SPD-Fraktion gegeben. Nach Presseberichten hatte es auch grünes Licht aus dem Kanzleramt gegeben.

Länder wie Brandenburg machen mobil gegen die Transrapid-Teilfinanzierung durch den Bund. Die Bundesregierung wollte die Gespräche möglichst im September zuende bringen, wie zunächst zu erfahren war. Politische Alternative in München wär ein Ausbau der S-Bahnstrecke zum Flughafen.

Beide Verkehrsminister gehen jetzt weiterhin von insgesamt 1,85 Mrd. Aufwendungen für den Transrapid aus. Steinbrück hatte zuvor nicht ausgeschlossen, dass das Projekt auch teurer werden könnte. Tiefensee äußerte sich „erfreut“, dass Bayern einen Anteil von 475 Mill. Euro übernehmen wolle. Das Angebot des Bundes über 925 Mill. sei ein „absoluter Maximalbetrag“. Die offen gebliebene Differenz von 165 Mill. Euro „und die Risikoabdeckung“ müssten geschlossen werden von Bayern, der Deutschen Bahn AG, dem Flughafen München und der Industrie. Tiefensee will jetzt versuchen, noch Mittel bei der EU-Kommission locker zu machen.

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