Mainzer Stellwerksdebakel
Eisenbahnbundesamt fordert Sicherheitsbericht

Die Probleme am Mainzer Hauptbahnhof rücken den Umgang der Deutschen Bahn mit ihren Mitarbeitern in den Fokus. Der Chef des Eisenbahnbundesamts fordert nun von dem Unternehmen Informationen über die Personalplanung.
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DüsseldorfDer Chef des Eisenbahnbundesamts (EBA) nimmt die Probleme im Stellwerk des Hauptbahnhofs Mainz sehr ernst und zum Anlass, umfassend alle sicherheitsrelevanten Betriebsbereiche bei der Deutschen Bahn zu prüfen. „Wir interessieren uns generell für das Thema“, sagte EBA-Präsident Gerald Hörster dem Handelsblatt (Montagausgabe), „nicht nur bei Stellwerken.“

Die Aufsichtsbehörde habe deshalb vom Bahnvorstand Informationen über Besetzung von Stellwerken, Personalbemessung und auch zur Ausbildung von Fachkräften eingefordert, so Hörster. Das EBA sieht sich nicht für die Personalplanung der Bahn „zuständig“. „Aber wir fragen die Bahn jetzt schon, wie sie grundsätzlich zur Besetzung ihrer Stellwerke kommt.“

Die Kritik der Gewerkschaft und Betriebsräte an Millionen von Überstunden und aufgeschobenen Urlaubstagen kommentierte Hörster so: „Ziel jedes Unternehmens sollte es sein, mit seinem Personal schonend umzugehen und Überlastungen zu vermeiden.“

Das sei allerdings eine unternehmerische Aufgabe, nicht Aufgabe des Bundesamtes. Dort „landet die Sache erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“ Die Behörde versuche aber die Bahn rechtzeitig „auf Missstände hinzuweisen“.

Generell sieht Hörster die Betriebssicherheit bei der Bahn nicht gefährdet. Auch wenn die Bahn „in den letzten Jahren umfangreich Personal eingespart und erheblich rationalisiert“ habe. „Wenn wir den Eindruck hätten, dass flächendeckend kein sicherer Eisenbahnbetrieb gewährleistet werden könnte, dann würden wir sofort tätig werden“, versichert der EBA-Präsident.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

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