Makler in Singapur: Wo der Uber-Fahrer Ihnen Wohnungen verkauft

Makler in Singapur
Wo der Uber-Fahrer Ihnen Wohnungen verkauft

Wer in Singapur mit Uber unterwegs ist, kann überraschende Angebote bekommen. Der Fahrdienst ist ein beliebter Nebenjob für Immobilienmakler, die unter der Marktflaute leiden. Und die Lage dürfte sich verschärfen.

SingapurAls Billy Loh 2008 als Immobilienmakler begann, galt sein Job in Singapur als ein Weg zum Wohlstand. Heute sitzt er hinter einem Lenkrad und fährt Gäste durch den Stadtstaat, um seine Rechnungen bezahlen zu können. Der 50-Jährige fährt für das Milliarden-Start-up in Singapur. Dort haben Maßnahmen zur Abkühlung des Immobilien-Marktes die Preise für Häuser unter Druck gebracht und das Transaktionen-Volumen um bis zu zwei Drittel im Vergleich zu 2012 einbrechen lassen.

Nach einem halben Jahr ohne einen einzigen Geschäftsabschluss entschied sich Loh, als Uber-Fahrer sein Glück zu versuchen. Er verdient jetzt durchschnittlich 3000 Singapur-Dollar (1940 Euro) im Monat. Das ist nur ein Zehntel der Kommission, die er mit dem Verkauf einer Wohnimmobilie zu Spitzenzeiten des Marktes hätte verdienen können.

„Der Markt hat sich verlangsamt wegen der Maßnahmen, die zur Abkühlung ergriffen wurden“, sagt Loh, während er mit einem Toyota Corolla – den er seit Oktober angemietet hat – durch die Stadt fährt. „Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen irgendwie Wege finden, um über die Runden zu kommen.“

Zwar müssen sich Immobilienmakler auch in anderen Teilen der Welt in der zyklischen Branche mit Zweitjobs über Wasser halten, doch in Singapur sieht die Lage besonders düster aus.

Die Preise für Wohnimmobilien sind in den zwölf Monaten bis Ende September um 4,3 Prozent zurückgegangen – das ist ein größeres Minus als in Hongkong, China, Japan und Australien. Das geht aus dem Knight Frank Global House Price Index hervor, der 55 globale Wohnimmobilien-Märkte abbildet.

In den vergangenen zwölf Monaten ist es Entwicklern in Singapur laut SLP International Property Consultants gerade einmal gelungen, rund 7000 neue Wohnimmobilien zu verkaufen. Das entspricht in etwa demselben Niveau wie 2014, ist jedoch ein Rückgang um die Hälfte im Vergleich zu 2013 und ein Minus von rund 68 Prozent im Vergleich zu 2012.

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Maklerschwemme im Stadtstaat

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