Malaysia Airlines Der schnelle Abflug des Retters

Christoph Müller sollte die Krisen-Fluggesellschaft Malaysia Airlines nach den Tragödien rund um MH370 und MH17 sanieren. Nun kündigt der deutsche Manager bereits nach einem Jahr im Amt seinen vorzeitigen Rückzug an.
Christoph Müller verlässt Malaysia Airlines schneller als erwartet. Quelle: AP
Auf dem Abflug

Christoph Müller verlässt Malaysia Airlines schneller als erwartet.

(Foto: AP)

BangkokDie angeschlagene Fluggesellschaft Malaysia Airlines muss auf ihrem Weg aus der Krise einen schweren Rückschlag verkraften. Der deutsche Konzernchef Christoph Müller kündigte am Dienstag überraschend seinen Rückzug von der Unternehmensspitze an. Er war erst im vergangenen Jahr nach Malaysia gekommen – mit dem Ziel, das nach den Katastrophen rund um die Flüge MH370 und MH17 von der Pleite bedrohte Unternehmen wieder profitabel zu machen.

Der 54-jährige Manager gab persönliche Gründe für das vorzeitige Ende seiner Rettungsmission an. „Leider machen es mir persönliche Umstände schwierig, die komplette Amtsdauer zu erfüllen“, teilte er mit. Einzelheiten nannte er nicht. Eine Anfrage des Handelsblatts ließ er zunächst unbeantwortet. Müllers Arbeit sollte laut Vertrag ursprünglich bis 2018 laufen. Nun will er den Chefposten bereits in sechs Monaten verlassen. „Ich bin stolz auf das, was wir als Team in so kurzer Zeit erreicht haben und dass die harte Arbeit unserer Mitarbeiter die ersten Anzeichen des Erfolgs liefert“, sagte Müller. Er sei zuversichtlich, dass sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befinde.

Die unsichersten Airlines der Welt
Rangliste der 60 größten Airlines der Welt
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Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab. Wir zeigen, welche 20 Airlines im Ranking die hinteren Plätze belegen.

Platz 41 – American Airlines (USA)
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Eine der größten Fluggesellschaften der Welt und in der Rangliste relativ weit hinten: American Airlines findet sich mit dem Jacdec-Index von 0,139 (ein niedriger Wert bedeutet höhere Sicherheit) auf Platz 41. Die Airline fusionierte zuletzt mit US Airways und behielt ihren Namen bei. American ist seit sechs Jahren unfallfrei. Doch erst 2001 gab es einen Absturz: Ein Airbus A300 stürzte mitten im New Yorker Stadtteil Queens ab, alle 260 Insassen starben.

Platz 42 – Air China (China)
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Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142.

Platz 43 – Alaska Airlines (USA)
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Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163.

Platz 44 – China Southern Airlines (China)
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Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44.

Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)
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Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab, es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2015 liegt daher bei 0,216.

Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)
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Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik.

Müller, der vor seinem Einsatz in Malaysia bereits die irische Fluglinie Aer Lingus sanierte, hatte Malaysia Airlines einen harten Sanierungskurs verordnet. Jeder dritte der rund 20 000 Angestellten verlor unter Müllers Führung ihren Job. Die unrentablen Verbindungen in europäische Metropolen wie Frankfurt, Paris und Amsterdam ließ er vom Flugplan streichen. Zudem plante er, sich von Tausenden Zulieferern zu trennen.

Malaysia Airlines hatte bereits vor dem Verschwinden von Flug MH370 und dem Abschuss von Flug MH17 über der Ukraine mit hohen Verlusten zu kämpfen. Die beiden Unglücke trieben die Gesellschaft schließlich an den Rand des Bankrotts. Malaysias nationale Fluggesellschaft wurde daraufhin verstaatlicht. Im Februar gelang es der Airline laut Müller erstmals seit Jahren wieder, ein Monat mit einem Plus abzuschließen.

„Wir sind sehr enttäuscht“
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