Malaysia Airlines
Deutscher „Terminator“ soll Unglücks-Airline retten

Christoph Müller ist der erste Ausländer auf dem Chefsessel von Malaysia Airlines. Zuletzt hat der Deutsche Aer Lingus saniert. Bei der Unglücks-Airline steht er vor der schwersten Aufgabe der gesamten Luftfahrtbranche.
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HongkongBei der Suche nach einem neuen Chef für Malaysia Airlines wichen die Besitzer von einem lange gehegten Grundsatz ab: Erstmals in der Geschichte entschieden sie sich für einen Ausländer. Ihre Wahl fiel auf den 52 Jahre alten Deutschen Christoph Müller, in der Branche in Anlehnung an die Arnold-Schwarzenegger-Filme auch als „Der Terminator“ bekannt.

Müller kommt von der irischen Aer Lingus, die er vom Pflegefall zum attraktiven Übernahmekandidaten aufgepäppelt hat. Bei Malaysia Airlines steht er nicht nur vor der größten Herausforderung seiner eigenen Laufbahn, sondern wohl auch vor der derzeit größten der gesamten Luftfahrtbranche. Vor einem Jahr verschwand Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord spurlos, wenige Monate später wurde Flug MH17 über der Ukraine abgeschossen, alle 298 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Seitdem steht die Airline am Rande des Bankrotts.

Am vergangenen Sonntag trat Müller seinen neuen Job an. Der staatliche Investmentfonds Khazanah, dem Malaysia Airlines gehört, lehnte Anfragen für Interviews mit ihm ab. Doch seine Management-Philosophie ist auch so wohlbekannt.

„Das erste Jahr einer Restrukturierung ist wirkliche eine Kriegssituation“, sagte Müller in einem Interview mit der Business School der Universität Cambridge im vergangenen Jahr. Dabei drückte er sich geschliffen aus, zeigte sich freundlich, aber entschieden in der Sache – ein starker Kontrast zu den Chefs seines ehemaligen und seines künftigen Rivalen der Niedrigpreis-Anbieter: Michael O'Leary von Ryanair und Tony Fernandes von Air Asia.

Den Spitznamen „Der Terminator“ erhielt er in Irland wegen seines deutschen Akzents und des roboterartigen Tonfalls, mit dem er seine Pläne zur erbarmungslosen Sanierung von Aer Lingus darlegte – ähnlich wie Arnold Schwarzenegger in der bekannten Filmreihe. Dass Schwarzenegger aus der Steiermark in Österreich stammt, spielte dabei keine Rolle.

In seinem neuen Job findet Müller Aufgaben, die für ihn maßgeschneidert scheinen. Er muss eine überdimensionierte Belegschaft reduzieren, unrentable Routen stilllegen, sich mit politischen Einflussnahmen in einem staatlichen Unternehmen auseinandersetzen und sich im mörderischen Wettbewerb mit der Billig-Konkurrenz behaupten.

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„Kampferprobt in der Luftfahrtindustrie“

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