Management-Buyout
Neue Chance für Pin Group

Die Mitarbeiter des angeschlagenen Briefzustellers Pin Group dürften heute ein Wechselbad der Gefühle erleben: Erst teilt Mehrheitsgesellschafter Axel Springer mit, kein Geld mehr investieren zu wollen. Dann tritt Vorstandschef Günther Thiel als Retter in der Not auf.

HB BERLIN/LUXEMBURG. Thiel will Springer dessen Anteile abkaufen und einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in die Pin-Gruppe investieren. Wie das Pin-Management in Luxemburg mitteilte, sollen bereits an diesem Freitag entsprechende Verhandlungen mit Springer beginnen. Der Berliner Medienkonzern habe signalisiert, sein Engagement bei Pin unter diesen Bedingungen möglicherweise als Minderheitsgesellschafter fortzuführen. "Unter den neuen Gegebenheiten ist der Fortbestand der Pin Group unter sehr schwierigen Bedingungen möglich. Management und Gesellschafter sind nach wie vor von Geschäftsmodell und Erfolg des Unternehmens überzeugt“, betonte der Manager.

Thiel erklärte, eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Fortführung von Pin sei allerdings, dass die Politik nach Festsetzung des "Blockadelohns“ nun für einigermaßen faire Wettbewerbsbedingungen auf dem Briefmarkt sorge. Das heißt aus seiner Sicht: Beendigung der Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post und Beendigung ihrer Befreiung von der Unfallversicherungspflicht. "Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Wettbewerb fördern, statt ihn zu vernichten“, erklärte der Manager.

Noch am Morgen sah die Lage anders aus. Vorstand und Aufsichtsrat von Springer gaben ihren Beschluss bekannt, nicht mehr in die Pin-Group investieren zu wollen. Keine Probleme hätte aber das Berliner Verlagshaus damit, die Mehrheit an Pin abzugeben. Voraussetzung: "Minderheitsgesellschafter und neue Investoren stellen ausreichend Mittel zur Verfügung", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens.

Der Medienkonzern hatte nach der Entscheidung des Bundestags für den umstrittenen Post-Mindestlohn die Pläne, groß ins Konkurrenzgeschäft zur Deutschen Post einzusteigen, zurückgeschraubt. Der vom Parlament beschlossene gesetzlich verordnete Branchenmindestlohn für Briefzusteller behindere den Wettbewerb im Post-Sektor nicht nur massiv, sondern mache ihn praktisch unmöglich, hatte der Konzern erklärt. Pin hatte bereits angekündigt, 1 000 seiner insgesamt 9 000 Mitarbeiter entlassen zu wollen, wenn ein Mindestlohn in der Branche umgesetzt wird.

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