Mannheimer MVV-Gruppe steigt bei Essener Bus- und Bahn-Anbieter ein
Nahverkehrs-Neuling Abellio will zum Branchenriesen wachsen

Im öffentlichen Nahverkehr steht ein potenzieller neuer großer Player in den Startlöchern.

ek ESSEN. Die aus der Stadtwerke-Tochter Essener Verkehrs-AG (Evag) hervorgegangene Abellio GmbH will über Zukäufe und Beteiligungen bei kommunalen Verkehrsunternehmen innerhalb von drei bis fünf Jahren zu einem der führenden deutschen „Mobilitätsdienstleister“ wachsen. Zunächst einmal steigt jetzt die Verkehrssparte der Mannheimer MVV- Gruppe bei Abellio ein.

Das süddeutsche Versorgungs- und Verkehrsunternehmen, das im Energiesektor an mehreren Stadtwerken beteiligt ist, sieht nach dem Strommarkt den Wettbewerb nun auch im Bus- und Bahngeschäft „voll unterwegs“, sagte MVV-Chef Rudolf Schulten. In der Abellio habe man einen Partner mit der „gleichen Denke“ gefunden. Die MVV übernimmt 9,7 Prozent der Abellio-Anteile und lässt ihre Beratungs- und ihre Güterverkehrstochter in der Essener Gesellschaft aufgehen.

Diese hat sich vorgenommen, als „Systemhaus für Mobilität“ mindestens zehn Prozent des Nahverkehrsmarktes zu gewinnen. Das entspräche einem Umsatz von 2 Mrd. Euro, erläuterte Abellio-Geschäftsführer Wolfgang Meyer. Es gebe zurzeit rund 20 konkrete Akquisitionsprojekte. Viele Städte seien unter dem wachsenden Kostendruck daran interessiert, sich von ihren Verkehrsbetrieben zu trennen. Abellio ist bereits Betriebsgesellschaft der Verkehrsunternehmen von Essen, Mülheim/Ruhr und Oberhausen.

Meyer, zuvor Vorstandschef der Evag, versteht seine Firma als Basis für ein Netzwerk starker regionaler Verkehrsunternehmen. Gemeinsam wollen sie den internationalen Bus- und Bahn-Konzernen wie Connex, Arriva oder Rhenus-Keolis Paroli bieten und dabei die vorhandenen kommunalen Strukturen erhalten.

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