Markenartikelindustrie kann Umsatz halten
Marken behaupten sich gegen Billig-Konkurrenz

Der deutsche Verbraucher greift wieder zu Markenprodukten. „Man kann mit einem gewissen Optimismus von einer Renaissance der Marke sprechen“, sagte Johann C. Lindenberg, Vorsitzender des Markenverbandes, gestern bei der Jahrespressekonferenz in Hamburg.

tel HAMBURG/FRANKFURT/M. Die Industrieumsätze mit Markenartikeln seien im vergangenen Jahr mit 337 Mrd. Euro stabil geblieben, sagt Lindenberg, der zugleich Vorsitzender der Geschäftsführung von Unilever Deutschland ist.

In den vergangenen Jahren haben vor allem die boomenden Discounter der Markenartikelindustrie zu schaffen gemacht. Deren Wachstum schwächt sich nun aber ab: Laut Zahlen des Marktforschungsunternehmen GfK legten die großen Discounter wie Aldi und Lidl in den ersten Monaten 2004 nur noch um zwei Prozent zu. 2002 waren sie elf Prozent gewachsen, im vergangenen Jahr sechs Prozent. „Die Kunden haben auch andere Bedürfnisse als immer nur ,billig, billig‘“, sagte Lindenberg. Er ist zuversichtlich, dass der Trend zur Marke „kein Ausreißer aus einer ansonsten negativen Entwicklung ist, sondern nachhaltig“.

Auch wenn die Inlandsumsätze der Markenartikelindustrie im vergangenen Jahr noch um 0,5 Prozent sanken und nur durch das gestiegene Auslandsgeschäft ausgeglichen wurden, ist der Markenverband für 2004 zuversichtlich. Knapp die Hälfte der 380 Mitglieder rechnet in diesem Jahr wieder mit steigenden Umsätzen in Deutschland. 37 Prozent der Unternehmen wollen ihre Werbeausgaben steigern. Auf der anderen Seite befürchtet aber auch knapp ein Viertel der Verbandsmitglieder abnehmende Inlandsumsätze. Zwölf Prozent der Unternehmen wollen ihre Kommunikationsetats verkleinern.

Diese unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln die heterogene Entwicklung der einzelne Segmente innerhalb der Markenartikelindustrie wider: Umsatz verloren haben 2003 die Hersteller von Markenbekleidung (minus 5,5 Prozent) und die Brauindustrie (minus 2,9 Prozent). Die Ernährungsbranche und die Hersteller von Körperpflegeprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln konnten dagegen leicht um zwei beziehungsweise ein Prozent zulegen.

Laut einer Studie, die die Unternehmensberatung McKinsey & Company in Zusammenarbeit mit dem Markenverband erstellt hat, entfällt fast ein Viertel der Umsätze im verarbeitenden Gewerbe auf die Markenartikelbranche. Bezogen auf alle in Deutschland hergestellten Waren und Dienstleistungen liegt der Umsatz der Markenartikel bei einem Anteil von sieben Prozent. Mehr als jeder fünfte Mitarbeiter des verarbeitenden Gewerbes ist in der Markenartikelindustrie tätig – knapp 1,6 Mill. Beschäftigte.

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