Markenstreit US-Supermarktriese verklagt Lidl

Seit zwei Wochen ist Lidl in den USA aktiv – und schon gibt es Ärger. Der US-Konkurrent Kroger zieht gegen den Discounter vor Gericht. Streit gibt es um den Namen der Lidl-Eigenmarke „Preferred Selection“.
Update: 06.07.2017 - 17:24 Uhr Kommentieren
Lidls Amerika-Chef Brendan bei der Eröffnung des ersten Lidl-Marktes in den USA: Zwei Wochen nach dem Markteintritt hat der Discounter die erste Klage am Hals. Quelle: dpa
Brendan Proctor

Lidls Amerika-Chef Brendan bei der Eröffnung des ersten Lidl-Marktes in den USA: Zwei Wochen nach dem Markteintritt hat der Discounter die erste Klage am Hals.

(Foto: dpa)

New YorkNur zwei Wochen nach Markteintritt droht dem deutschen Einzelhändler Lidl Ärger in den USA. Die Supermarkt-Kette Kroger, einer der größten Lebensmittelhändler weltweit, hat Klage gegen den deutschen Konkurrenten Lidl eingereicht. Der Grund: Die Eigenmarke „Preferred Selection“ sei der Kroger-Eigenmarke „Private Selection“ zu ähnlich.

Mit 115 Milliarden Dollar Umsatz ist Kroger der zweitgrößte amerikanische Einzelhändler nach Walmart. Nach Ansicht der Amerikaner würde die Handelsmarke der Deutschen ihnen erlauben, unfairen Wettbewerb gegen Kroger zu betreiben, weil die Kunden annehmen könnten, dass die beiden Marken zusammengehörten, argumentieren die Anwälte in ihrer Klageschrift. Den Markenschutz für „Preferred Selection“ habe Lidl laut der Klage erst im September eingereicht, während Kroger seine Eigenmarke „Private Selection“ schon seit mehr als 20 Jahren nutze.

Das sind die Discounter der Zukunft
Lidl mit neuem Filialkonzept
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In Verona in Norditalien betreibt Lidl zwei Filialen, die zum Vorbild für neue Märkte auch in Deutschland werden sollen. Lidl-Chef Sven Seidel betonte im Handelsblatt-Interview, dass das Unternehmen sehr viel von den Erfahrungen im Ausland lernen kann: „Die Innovation kommt daher, dass sich die Zentrale mit den Ländern reibt und die Essenz dessen, was an neuen Erfahrungen gesammelt wird, für das gesamte Unternehmen nutzbar macht.“

Der Eingang
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Allein schon auf der Fläche des großzügigen Eingangsbereichs der italienischen Pilot-Märkte hätte man früher fast einen gesamten Discounter gebaut.

Der Verkaufsraum
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Breite Gänge, der Verzicht auf die abgehängte Decke, warme Farbtöne: In der Filiale will Lidl den Kunden künftig ein „großzügiges Raumgefühl“ geben. Das ist in deutschen Märkten meist noch anders. „Wenn Sie sich so manche Filialen älteren Baujahrs anschauen, dann ist vielerorts schon alles sehr kleinteilig“, räumt auch Lidl-Chef Seidel ein.

Die Präsentation
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Auch bei der Präsentation der Waren erinnert nicht mehr viel an alte Zeiten, wo Artikel in Kartons auf Paletten standen. Die Kunden erwarten bald noch mehr Markenartikel und hochwertige Frischwaren. Trotzdem wird die Zahl der Artikel auch in Zukunft deutlich unter der der Supermärkte liegen.

Die Backstationen
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Noch mehr Wert wird künftig auf frische Backwaren gelegt. Nur die Bedientheken wird man auch in Zukunft in einem Lidl vergeblich suchen. In irgendeiner Form muss sich Discount ja noch vom Supermarkt unterscheiden.

Die Kunden-WC
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Eine überraschende Neuerung: Bei Neu- und größeren Umbauten will Lidl bald auch in deutschen Märkten Toiletten für Kunden anbieten.

Die Wickeltische
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Erleichterung für junge Mütter und Väter: Sogar einen Wickeltisch für die jüngsten Kunden soll es in Zukunft im Discounter geben.

Der Discounter weist die Anschuldigungen zurück: „Lidl hat mit 'Preferred Selection' eine eigenständige Spezialitätenmarke entwickelt, die vom Verbraucher gut angenommen wird“, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Handelsblatt-Anfrage. Näheres zum dem Rechtsstreit wollte der Sprecher mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen.

Lidl hatte erst vor wenigen Wochen ihre ersten Supermärkte in den USA eröffnet. Die Deutschen, die weltweit mehr als 10.000 Läden betreiben, haben ehrgeizige Pläne für die USA. Diesen Sommer will Lidl 20 Läden hier eröffnen und Mitte nächsten Jahren auf 80 Geschäfte kommen.

Sollte das Gericht der Klage statt geben, könnte das teuer werden für Lidl. Kroger verlangt, dass die Deutschen alle Verpackungen und Werbematerialien mit ihrer Handelsmarke vernichten. Außerdem fordern die Amerikaner Schadensersatz. 

Der amerikanische  Einzelhandel befindet sich derzeit mitten im Umbruch. Mit Lidl und Aldi drängen in den USA gleich zwei deutsche Discounter auf den US-Markt. Doch nicht nur sie bringen die alten Platzhirsche wie Walmart und Kroger zum Zittern. Zuletzt hatte auch die angekündigte Übernahme von Whole Foods durch Amazon für Aufregung gesorgt. Damit dürfte sich das gesamte Marktumfeld für Supermärkte in den kommenden Jahren deutlich verändern.

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