"Markt durch Stabilität des Volumens gekennzeichnet"
Deutsche wollen wieder etwas mehr verreisen

Die Reise-Depression der Deutschen könnte sich dem Ende neigen: Laut einer Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) weht schon wieder eine warmer Brise Urlaubslust durch deutsche Haushalte.

HB BERLIN. 69 Prozent der Befragten - nach 67 Prozent im Vorjahr - wollten 2004 wahrscheinlich verreisen, teilte die FUR am Freitag auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin mit. Grundlage ist eine Befragung von rund 8000 Bürgern im Januar.

„Im Augenblick ist der gesamte Markt durch Stabilität des Volumens gekennzeichnet“, sagte FUR-Geschäftsführer Peter Aderhold. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei derzeit aber noch nicht möglich. Die wirtschaftliche Lage werde von den Bundesbürgern genauso schlecht beurteilt wie vor einem Jahr.

Im vergangenen Jahr haben nach FUR-Angaben knapp 50 Millionen Bundesbürger eine Reise von mehr als fünf Tagen Dauer unternommen, eine Million mehr als 2002. Dass große Touristikkonzerne wie TUI oder Thomas Cook gerade in Deutschland empfindliche Einbußen hatten, führte Aderhold auf den rückläufigen Anteil an klassischen Flugpauschalreisen zurück. Außerdem haben der Studie zufolge auch Billigfluggesellschaften den Reiseveranstaltern Geschäft weggenommen.

4,2 Millionen Fluggäste nutzten die Angebote der Niedriganbieter 2003, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. In den kommenden drei Jahren würden gut 20 Prozent der Deutschen eine Billigflugreise planen, ermittelte die Forschungsgemeinschaft. Für gut 17 Prozent der Reisenden sei der Billigflug kombiniert mit einer selbst gebuchten Unterkunft gar eine ernsthafte Alternative zur Pauschalreise.

Deutschland ist weiterhin das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen und konnte den Marktanteil um gut zwei Prozentpunkte auf 32,6 Prozent steigern. Unter den ausländischen Urlaubsgebieten rangieren die Mittelmeerländer mit einem Marktanteil insgesamt 35 Prozent vorne, haben jedoch leicht verloren.

Spanien ist auch 2003 wieder das bevorzugte Auslandsreiseziel der Deutschen mit einem Marktanteil von 12,7 Prozent. Wie sich die Anschläge von Madrid auswirkten, sei noch offen. „Wir haben ein sehr professionelles Reisevolk“, erläuterte Aderhold. Dies werde sich auch in Spanien zeigen. Sollte der Eindruck entstehen, die Anschläge seien ein Problem des gesamten Landes, würden die sicherheits- und risikobewussten Urlauber schnell reagieren.

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