Markt mit Wachstumspotenzial
Bürgel verdoppelt Umsatz im Forderungsmanagement

Die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co KG, Hamburg, hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz im Bereich Forderungsmanagement mehr als verdoppeln können. Konkrete Zahlen will die Gesellschaft - wohl aus Konkurrenzgründen - nicht nennen.

HB HAMBURG. Die Zurückhaltung wundert nicht, herrscht auf dem rund 900 Millionen Euro großen Markt für Forderungsmanagement ein ziemliches Gedränge. Die Top 3 in diesem Segment sind die Unternehmen EOS, Infoscore und Creditreform. Daneben existieren etwa 20 mittelgroße Anbieter - neben Bürgel auch Gesellschaften wie Intrum Justitia, Hermes, ADG Coface und Becker - sowie rund 650 weitere kleine Inkassodienstleister.

Sie alle profitieren von einem Markt mit hohem Wachstumspotenzial. So wächst nach Angaben von Geschäftsführer Johan Zevenhuizen vor dem Hintergrund hoher Insolvenzzahlen und schwacher Zahlungsmoral die Bedeutung des Einsatzes von Risikomanagement-Tools, zu denen das Forderungsmanagement gehört. Experten machen in diesem Bereich noch große Defizite aus. Nach einer Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft BearingPoint Deutschland betreiben die wenigsten Unternehmen ein ganzheitliches und in sich geschlossenes Forderungsmanagement (von der Vertragsgestaltung bis zum Geldeingang) - mit den Folgen unnötig hoher Forderungsausfälle, wie Managing Director Stefani Rahmel betont. Unter Liquiditäts- und Risikogesichtspunkten sowie der Forderung nach einer angemessenen Effizienz müsse dem ganzheitlichen Forderungsmanagementsystem eine wachsende Bedeutung zugemessen werden.

Nach Auffassung von Zevenhuizen erkennen immer mehr Firmen diese Notwendigkeit. "Vor allem mittelständische Betriebe beginnen, ihr Risikomanagement aufzubauen und zu professionalisieren." Dies gelte, so der Bürgel-Chef weiter, insbesondere für die Unternehmensbereiche Vertrieb und Controlling, in denen die Bemessung der Ausfallwahrscheinlichkeit bei Forderungen eine wichtige strategische Rolle einnehme. Inzwischen würden, so der Bürgel-Chef, auch eine wachsende Zahl von Unternehmen das Forderungsmanagement den externen Profis überlassen. „In den Archiven von Firmen schlummern jede Menge Forderungen und Titel gegen säumige Schuldner“. So betrage allein in der Inkasso-Titelüberwachung die Erfolgsquote 30 bis 50%. „Damit fließt den Unternehmen bares Geld zu, das diese in der Regel längst abgeschrieben haben.“

Die Bürgel-Gruppe, die deutschlandweit 300 Mitarbeiter beschäftigt - davon 160 in der Hamburger Zentrale - ist auch in den anderen Bereichen weiter gewachsen. So habe mit einem Plus von 25% auch der so genannte B2C-Bereich (Kreditinformationen über Privatpersonen),deutlich angezogen.

Der Umsatz der gesamten Bürgel-Gruppe sei in 2005 um 8% gestiegen. Auch hier nennt das Unternehmen keine Umsatzzahlen. Insider schätzen, dass Bürgel insgesamt (Zentrale plus direkte Töchter) auf einen Gesamtumsatz von rund 100 Mill. Euro kommt. Damit dürfte die Wirtschaftsauskunftei auf dem zweiten Platz rangieren hinter Marktführer Creditreform (450 Mill. Euro) und vor den Unternehmen Schufa (65 Mill. Euro) sowie Dun & Bradstreet -vormals Schimmelpfeng (37 Mill.Euro).

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