Markteinstieg
Modekonzern H & M öffnet Läden in Japan

Am kommenden Samstag eröffnet der Modekonzern Hennes & Mauritz (H & M) seine erste Filiale in Japan, weitere werden folgen. Langfristig sieht der schwedische Textileinzelhändler, dessen Wettbewerber vor allem aus den USA und Spanien kommen, in Fernost mehr Potenzial als in Europa.

TOKIO. „Das ist ein aufregender Markt für uns. Die Modekonsumenten habe eine hohe Kaufkraft“, sagt Firmenchef Rolf Eriksen. Mit 128 Millionen Einwohnern, davon 13 Millionen in Tokio, sehe er große Expansionsmöglichkeiten in diesem Teil der Welt.

Am kommenden Samstag macht das erste Geschäft auf der noblen Geschäftsmeile Ginza auf. Im Jugendviertel Harajuku sollen im November eine weitere große Filiale entstehen. Für Herbst 2009 ist eine dritte Zweigstelle im Modedistrikt Shibuya geplant. Wie in Europa will H & M auch in Einkaufszentren in der Fläche wachsen.

H & M wagt sich in einen Markt mit starken einheimischen Konkurrenten, kann jedoch durchaus einen Mehrwert bieten. Der aggressive Textilkonzern Fast Retailing betreibt zwar in Japan an jeder Ecke Filialen der Kette Uniqlo. Diese bietet in laufend wechselnden Sortimenten eine solide Standardausstattung von Alltagskleidung an. Im Unterschied zu H & M fehlt dieser jedoch der Pfiff. Modebewusste Kunden im Teenager- oder jungen Erwachsenenalter – die in Europa typischerweise viel zu H & M gehen – finden bei Uniqlo nur wenig interessante Ware. Diese Zielgruppe ist bisher auf den lokalen Einzelhandel in Harajuku oder die großen Kaufhäuser von Shibuya angewiesen.

Direkte Wettbewerber für H & M dürften dagegen vor allen Gap aus den USA und Zara aus Spanien sein, die mit H & M auch das exotische ausländische Image gemeinsam haben. Gap hat in Japan jedoch einen klaren Vorsprung mit 130 gut besuchten Filialen in bester Lage. Zara ist 30 Mal vertreten. H & M will sich in Japan preislich genauso positionieren wie in Europa, sagt ein Sprecher. Die Ware wird also vor allem für japanische Verhältnisse sehr günstig sein.

Der Markteinstieg der schwedischen Kette kommt in einer Zeit, in der die Japaner wegen steigender Preise bei stagnierenden Löhnen stärker aufs Geld achten und weniger ausgeben. In anderen Ländern haben sich ähnliche Entwicklungen in diesem Jahr eher zugunsten von H & M mit seinen Niedrigpreisen ausgewirkt. Die Schweden werden in Japan aber auf jeden Fall einen zusätzlichen Bonus erhalten: Japan stürzt sich auf alles Neue. Und Geschäfte, in denen es laut und lebhaft zugeht, sind besonders beliebt. Bereits jetzt berichten Zeitungen und Fernsehen über die geplante Ladenöffnung des weltweit drittgrößten Textilanbieters. In Japan gibt es bereits einen H & M-Fanclub mit 20 000 Mitgliedern. In Mode-Foren im Internet diskutieren die Mitglieder, ob sie für die neueste Mode zum günstigen Preis kleine Qualitätsmängel in kauf nehmen würden. Die überwiegende Antwort: ja. In Blogs eilt der schwedischen Kette der Ruf voraus, „high fashion“ für wenig Geld anzubieten.

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