Marktforschung
GfK will sich bei TNS-Fusion nicht beirren lassen

Der Nürnberger Marktforscher GfK glaubt trotz eines finanzkräftigen Rivalen an eine Fusion mit der britischen Taylor Nelson Sofres (TNS). Ein Kleinanleger verglich indes das geplante Zusammengehen mit dem Verlust der Erstklassigkeit des lokalen Fußballvereins 1. FC Nürnberg.

HB FÜRTH. „Bei den Verhandlungen lassen wir uns nicht treiben“, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Fürth.

Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen zum weltweit zweitgrößten Marktforschungskonzern wird vom britischen Marketingunternehmen WPP torpediert. WPP hatte TNS zuletzt eine aufgestockte Offerte über gut 1,2 Milliarden Euro unterbreitet.

„Eile ist nicht das Thema. Was in der Presse steht, und WPP macht das über die Presse, ist für uns kein Treiber“, erklärte der GfK-Chef. „Wir werden das mit dem notwendigen Augenmaß machen.“

Der GfK-Zusammenschluss mit TNS könnte nach Wübbenhorsts Einschätzung noch im laufenden Jahr klappen. „Der Zeitpunkt der Fusion mit TNS kann theoretisch vor einer Umwandlung in eine SE stattfinden. Das sind zwei getrennte Stränge.“ Die Aktionäre stimmen über die Umwandlung der GfK in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea – SE) ab, die Wübbenhorst für Anfang 2009 in Aussicht gestellt hat.

TNS hat das milliardenschwere Werben der britischen Landsleute bislang kalt gelassen, das Unternehmen schmetterte das Angebot ab und will weiter mit der GfK zusammengehen.

Die GfK, die 9300 Mitarbeiter beschäftigt, ist bekannt für die Fernseh-Einschaltquoten in Deutschland, die sie ermittelt, und für den Konsumklima-Index, der die Stimmung der Verbraucher abbildet. Wirtschaftlich bedeutsamer sind aber Marktforschungsdaten für Unternehmen.

TNS liefert Daten und Studien an politische Organisationen, Medien, Einzelhändler, IT-Konzerne, Autobauer, Pharmaunternehmen und die Finanzbranche.

Aktionäre äußerten die Sorge, durch die Fusion mit TNS und die Verlegung der Konzernzentrale könnten Arbeitsplätze in Nürnberg verloren gehen.

Ein Kleinanleger verglich das geplante Zusammengehen mit dem Verlust der Erstklassigkeit des lokalen Fußballvereins 1. FC Nürnberg. „Die Verlagerung des Hauptsitzes nach London ist für mich die zweite Hiobsbotschaft nach dem Abstieg des Clubs.“

Wübbenhorst trat den Befürchtungen entgegen. „Die geplante Fusion sieht nicht die Vernichtung von Arbeitsplätzen vor.“ Das gemeinsame Unternehmen werde stärker wachsen und daher auch mehr Beschäftigte brauchen.

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